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Hückelhoven: Abbiegespur und Zebrastreifen für Netto

Hückelhoven : Abbiegespur und Zebrastreifen für Netto

Wenn Netto auf dem Baaler Sportplatz baut, muss der Richard-Skor-Weg breiter werden. Die Zufahrt von der B 57 aus sorgt für Unmut bei Bürgern. Die Stadt will in Abbiegespur, Fußgängerüberweg und Kanal 283 000 Euro investieren.

Einen neuen Nahversorgungsmarkt für den Ort befürworten die Baaler. Allein zur Zufahrt gibt es kontroverse Meinungen. Während der Bürgerbeteiligung gab es ausführliche Stellungnahmen und schriftlich geäußerte Bedenken zur Anbindung des Kundenverkehrs, vor allem von Anwohnern der Krefelder und Kriegerstraße. Den Vorschlägen folgten Verwaltung und Bauausschuss jedoch nicht. Einstimmig beschloss der Ausschuss, dem Rat die Anbindung von der B 57 aus in den noch auszubauenden Richard-Skor-Weg über eine Linksabbiegespur sowie einen Fußgängerüberweg zu empfehlen.

Den Bebauungsplan "Nahversorgung Krefelder Straße" und die Änderung des Flächennutzungsplans hatte der Bau- und Umweltausschuss bereits Mitte März beschlossen. Nach Schließung des kleinen Nahkauf-Marktes am Pastor-Bauer-Platz will Netto auf dem Gelände des Nordstadions einen rund 1000 Quadratmeter großen Markt bauen. Der SV Baal bekommt einen neuen Sportplatz mit Kunstrasen und Vereinsheim. Der Landesbetrieb Straßen NRW hatte eine Linksabbiegespur auf der B 57 gefordert, das hält auch die Verwaltung für notwendig. Weil der Nahversorgungsmarkt auch zu Fuß gefahrlos erreichbar sein soll, muss auch eine Querungshilfe her. Um beides zu realisieren, wurde eigens ein Straßenbebauungsplan aufgestellt. Zur direkten Anbindung des Marktes an die B 57 - einige Bürger hatten andere Lösungen vorgeschlagen - gebe es keine Alternative, unterstrich die Verwaltung: "Alles andere würde die Ansiedlungsbereitschaft des Marktbetreibers in Frage stellen."

So gibt es nun einen weiteren Bebauungsplan "Ausbau Krefelder Straße". Zur Anbindung an den Netto-Markt müssen die Einmündung zum Richard-Skor-Weg und die Zufahrt zum Sportplatz umgebaut werden. Wilfried Welfers, Amtsleiter für Tief- und Straßenbau, versicherte den Bauausschussmitgliedern: "Wir sind bemüht, für alle am Verkehr Beteiligten eine sichere Lösung hinzubekommen."

Den Richard-Skor-Weg will die Stadt nach dem Trennprinzip mit einer 6,50 Meter breiten Fahrbahn ausbauen und dazu einen zwei Meter breiten Gehweg anlegen. Mit einem erweiterten Anschluss an die B 57 ist bergauf in Richtung Granterath die Aufweitung der Krefelder Straße um eine Spur verbunden. Die Linksabbiegespur soll bis zu drei Fahrzeugen Platz bieten, die zum Einkaufsmarkt fahren wollen. Das alles wird erhebliche Kosten verursachen. Für Straßenausbau und Abbiegespur sind 200 000 Euro kalkuliert, für Kanalbau in der Stichstraße 75 000 Euro und rund 8000 Euro für Straßenbeleuchtung. Eine solche Ausgabe war im aktuellen Haushalt gar nicht vorgesehen. Die Finanzierung soll per Nachtrag in der Ratssitzung am 14. Mai erfolgen. Auch dafür gab der Bauausschuss ein einstimmiges Votum ab.

(RP)