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45. Stadtmusikfest bei Hückelhovener Herbstkirmes 2019

Stadtmusikfest Hückelhoven : Eine Stadt voller Musiker und Karussells

Bei der mittlerweile 45. Auflage des Hückelhovener Stadtmusikfests zogen die zahlreichen Teilnehmer des großen Festumzugs, im Rahmen der Herbstkirmes, in fünf Musikblöcken durch die gut besuchte Innenstadt.

Ein goldener Oktober mit sommerlichen Temperaturen und eine Stadt voller Musiker: Die mittlerweile 45. Auflage des Hückelhovener Stadtmusikfestes lockte Sonntagnachmittag viele hundert Menschen in die City. Im Schalom-Park warteten die Hobbymusiker und Vereine auf ihren großen Einsatz. Zum dritten Mal wurde das geänderte Konzept angewendet, das vorsieht, die Teilnehmer des großen Festumzugs in fünf Musikblöcken mit in der Regel je einem Trommlercorps und einem Musikverein nacheinander zum Wildauer Platz ziehen zu lassen. Der Vorteil: „Man muss dabei nicht mehr gegeneinander anspielen“, so Kulturamtsmitarbeiterin Anne Wender.

Dies sei in der Vergangenheit immer ein Problem gewesen, denn: „Die Musiker spielen ja nicht das Gleiche.“ Gemeinsam mit den Vertretern des Stadtmusikbunds hatte sie das klangvolle Noten-Spektakel organisiert. Und einen weiteren Pluspunkt erkannt: Am Berresheimring habe kaum jemand gestanden – nicht schön für die teilnehmenden Musikgruppen. Mit mehreren ausgearbeiteten Konzepten sei der Stadtmusikbund an die Hückelhovener Stadtverwaltung herangetreten, um eine bessere Lösung zu finden. „Wir finden diese Lösung sehr schön“, so Anne Wender.

Das gemeinsame Platzkonzert auf dem Wildauer Platz bildet in jedem Jahr den glanzvollen Höhepunkt des Festumzugs. Gemeinsam mit den Stadtverordneten bildeten die stellvertretenden Bürgermeister Andrea Axer und Dieter Geitner den Tross der Ehrengäste. Bürgermeister Bernd Jansen, der die Schirmherrschaft über das 45. Stadtmusikfest übernommen hat, befindet sich zurzeit im Urlaub. Nach einem gemeinsam dargebotenen Musikstück setzten sich das Kleingladbacher Trommlercorps, das Trommlercorps Leonardo Doveren und der Hilfarther Instrumentalverein als erster Block in Bewegung. Das Trommlercorps aus Lindern und der Musikverein Rurich bildeten den zweiten Block, gefolgt vom Wassenberger Trommlercorps, dem Musikverein St. Josef Ratheim, Freisinn Baal und den Aktiven der Hückelhovener Karnevalsgesellschaft (HKG). Aus Brachelen waren Musikverein und Trommlercorps als vierter Block mit von der Partie. Der fünfte und letzte Musikblock ließ Erinnerungen an die Zeit wach werden, als der Kohlehobel noch nicht stillstand: Die Bergkapelle Sophia-Jacoba trat unter der bewährten Leitung ihres Dirigenten Rolf Deckers an, flankiert von den Mitgliedern des Knappenvereins St. Barbara Hilfarth-Hückelhoven mit brennenden Grubenlampen in ihren Händen.

Als sich alle Mitwirkenden zum großen Finale auf dem Wildauer Platz versammelt hatten, stellten sie sich nach Registern auf. Die Vereinszugehörigkeit spielte dabei keine Rolle mehr; die Musiker ordneten sich nach Instrumenten an. Hier übernahm Bergkapellen-Dirigent Rolf Deckers das Kommando. Von seinem Podest aus leitete er alle Teilnehmer des Festumzugs an. Kleiner Wermutstropfen: Die Dudelsack-Einlage des Ratheimers Rainer Wagner fiel aus – er musste das Krankenbett hüten. So verzichtete das Publikum auf „Amazing Grace“, kam aber beim festlichen Gratis-Konzert am Le Clou trotzdem auf seine Kosten.

Im Namen des Stadtmusikbunds begrüßte Karl-Heinz Rolfs Teilnehmer und Zuhörer. Rolf Deckers, der die Gesamtleitung übernommen hatte, entführte das Publikum zusammen mit den zahlreichen Musikern zunächst nach Karlsbad, gegen Ende des 19. Jahrhunderts größter Kurort der Donau-Monarchie. Hier wurde Erwin Trojan geboren, dessen schwungvoller Ruetz-Marsch die Hückelhovener beim großen Platzkonzert unter freiem Himmel begeisterte. Mit dem zackigen Militärmarsch „Regimentsgruß“ von Heinrich Steinbeck ging es weiter. Der Marsch „In Harmonie vereint“, komponiert von Siegfried Rundel, stand ebenfalls auf dem abwechslungsreichen Programm. Als Zugaben lieferten die Hobbymusiker aus dem Hückelhovener Stadtraum „Highland Cathedral“ sowie „Dem Land Tirol die Treue“.