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20 Jahre Archäologie-AG am Gymnasium Hückelhoven

Am Gymnasium Hückelhoven : Geschichte bei römischer Linsensuppe

„Die römische Besiedlung an der unteren Rur im Spiegel der Denkmalpflege in der Region Hückelhoven“ war Thema eines Vortrags zum Jubiläum der Arbeitsgemeinschaft Archäologie am Städtischen Gymnasium Hückelhoven.

„Zum 25-Jährigen fahren wir dann nach Rom zum Forum Romanum.“ Heiterkeit am Freitagabend im Forum C des Hückelhovener Gymnasiums, als der Chef des Hauses, Arnold Krekelberg, zum 20-Jährigen der Arbeitsgemeinschaft (AG) Archäologie die Informationsveranstaltung eröffnete. Ob die Tour nach Rom was wird, bleibt die Frage. Über die Römer, und nicht nur die, in Hückelhoven und Umgebung referierte mit Petra Tutlies die Kennerin der Archäologie der Region überhaupt, sie leitet schließlich die zuständige Außenstelle Nideggen des Rheinischen Amts für Bodendenkmalpflege. Und es waren nicht nur die gut 20 jugendlichen Arbeitsgemeinschaftler, die interessiert zusahen, zuhörten und Fragen stellten – auch eine Reihe außerschulischer Bodendenkmalfreunde hatten sich eingefunden.

Besonders willkommen geheißen wurde mit Thomas Rubel der Lateinlehrer, der die Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen und als quicklebendige Veranstaltung geführt hat bis zur Stabübergabe an Eva Minartz, die ihrem Vorgänger als Träger „großer Schuhe“ eine nur an ganz wenigen Schulen existente Themen-AG für die Bodenforschung hinterlassen habe.

Und dass sich Hobbyarchäologen nicht nur mit Bodenfunden befassen, zeigte sich kulinarisch an der frischen römischen Linsensuppe und ebensolchem Brot, die die AG-ler pikant gewürzt nach originalen Rezepturen gekocht und gebacken hatten.

Dinkel und Emmer waren in unseren Breitengraden bei den germanischen Vorfahren sehr gern angebaute und verzehrte Getreidefrüchte, wusste Archäologin Tutlies aus der Landwirtschaft aus Jahrtausenden zu berichten, wobei die Römer gern Hülsenfrüchte wie Linsen anbauten.

Und dass „die wunderschöne Landschaft“ an der Rur, im Delta von Maas und Rhein, bei der römischen Weltmacht bevorzugtes Siedlungsgebiet war, macht die Zahl von allein im Stadtgebiet Hückelhoven 102 Fundstellen deutlich, referierte Petra Tutlies; und überrascht war man im Forum C über die Intensität der Landwirtschaft auf der Lößplatte der Region – immerhin soll es im Abstand von jeweils 500 Metern eine Villa rustica, ein altrömisches Landwirtschaftsgut, gegeben haben.

Aufklärung gab es unter anderem auch noch über die Hauptstadt der römischen Provinz Germania inferior (Niedergermanien), Köln, die am Rhein als der Grenze zu den östlichen Germanenreichen lag – das zeige, dass die Römer eigentlich ganz Germanien erobern und einhegen wollten, Hauptstädte lagen immer etwa in der Mitte der jeweiligen Provinz.

Diese Pläne wurden aber nach der verheerenden Niederlage von drei Legionen unter Führung des Senators Varus gegen die germanischen Cherusker unter Führung des Arminius im Jahr neun nach Beginn unserer Zeit bei Kalkriese am Wiehengebirge aufgegeben.