1. Bauabschnitt der Ortsumgehung Ratheim L 117n fertig, 900 Meter gebaut

Entlastung von Ratheim und Millich : Baustelle der L 117 n vor der Zielgeraden

Von den 4,2 Kilometern Ortsumgehung für Ratheim und Millich sind erste Etappen vollbracht. Als nächstes wird eine neue Anbindung vom Kreisverkehr bei Mc Donald’s bis zum Fachmarktzentrum gebaut. Knifflig wird es in Ratheim.

Die L 117 n nimmt Form an. Ein 900 Meter langes Teilstück vom neuen Kreisverkehr auf der alten Landstraße zwischen Wassenberg-Orsbeck und Ratheim in Richtung Altmyhl ist fertig. Die Trasse verläuft vom ehemaligen Zechengelände bogenförmig auf der früheren Zechenbahn, hinter den Betrieben und der Kohlewäsche am Zechenring.

Im August rechnet Straßen.NRW mit dem Baubeginn am Ende zum Kreisverkehr an der Millicher Halde, wo die Ortsumgehung einmal auskommen wird. „Der Auftrag ist vergeben, die Firma befindet sich in den Vorbereitungen, die Bezirksregierung ist mit dem Absuchen nach Kampfmitteln mit im Boot“, berichtet Markus Reul von der Niederlassung in Mönchengladbach. Für den Spätsommer und Herbst sind hier Sperrungen zu erwarten, denn der Kreisverkehr wird erweitert, die Straße zu OBI hin neu hergestellt.

Fertig sind auch die neue Fußgänger-Rad-Unterführung Schlackerweg und die Brücke über die Myhler Straße, beide oben bereits mit Lärmschutzwänden. Die Brücke Schaufenberger Straße – die alte wurde Ende 2017 abgerissen – wird nächstes Jahr erbaut. Dann fehlt noch das letzte Stück: Der zweite Bauabschnitt führt von der A 46 auf der ehemaligen Zechenbahntrasse nordöstlich von Millich, überquert die K 26, verläuft entlang der Millicher Halde und erreicht die alte L 117 im Bereich Gronewaldstraße/Roermonder Straße/Straße Am Landabsatz. Fertig ist die Querspange entlang der Autobahn vom Kreisverkehr Gronewaldstraße (Penny) aus. Hier können Autofahrer seit Ende 2017 bereits abbiegen und den neuen Pendlerparkplatz nutzen.

Die neue Umgehungsstraße soll Ratheim und Millich entlasten, worauf die Anwohner seit mehr als 30 Jahren warten. Den Abschnitt der L 117 (Heerstraße) von der A 46 bis zur Schmitterstraße in Ratheim nutzen an Werktagen durchschnittlich 19.200 Fahrzeuge. Wegen der Lärmbelastung gilt hier nachts ein Tempolimit von 30 km/h.

 Weil die Arbeiten an der neuen Landstraße so weit fortgeschritten sind, müssen Archäologen jetzt nicht mehr in die Tiefe. Sie hatten schon 2016 im Feld zwischen Ratheim und Wassenberg nach Spuren früher Besiedlung gegraben. Zum Vorschein kamen zwei Gräber aus der Eisenzeit sowie einige Scherben von Urnengefäßen und Leichenbrand. Pfostenlöcher gaben Hinweise darauf, wo einmal ein Haus gestanden hat.

Markus Reul rechnet mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren für die letzte Etappe. Und die hat es in sich. In Ratheim entsteht ein gewaltiges Bauwerk, dessen Konstruktion offenbar knifflig und planungsintensiv ist. Vor der Buscher Straße (Höhe Netto) muss die L 117n tiefer gelegt werden, um unter der Straße hindurch zu führen. Dazu sind Bohrpfahlwände nötig. Weil die Planungen verändert und angepasst werden mussten, kommt es an der Stelle zu einer zeitlichen Verzögerung. „Die Grundwasserverhältnisse mussten neu untersucht und ein Gutachten zu den Wasserlinien musste erstellt werden“, erläuterte Markus Reul. Weil rechts und links Häuser stehen, kann keine breite Böschung angelegt werden. Die neue Trasse senkt sich in Tieflage mit geraden Wänden, die Ingenieure sprechen hier von einem „Trog“.

Am Fuß der Millicher Halde wird die L117n auskommen. Foto: Gabi Laue
Die Brücke über die Myhler Straße ist fertig und asphaltiert. Foto: Gabi Laue
Die Unterführung Schlacker Weg wurde neu gebaut. Foto: Gabi Laue

Bis an der Buscher Straße der erste Bagger anrückt, kann Straßen.NRW weitere Trassenstücke vergeben und herstellen lassen. Schließlich besteht nach wie vor das Ziel, die L 117 n im Jahr 2020 zu vollenden. Dann ist auch der interkommunale Industriepark Rurtal besser an die Autobahn 46 angebunden.

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