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Säure-Attacke: Hildenerin (20) schwer verletzt: Zweiter Haftbefehl nach Säure-Attacke

Säure-Attacke: Hildenerin (20) schwer verletzt : Zweiter Haftbefehl nach Säure-Attacke

Nach dem Säureanschlag auf eine junge Frau aus Hilden hat ein Richter gegen einen zweiten Verdächtigen (18) Haftbefehl erlassen. Schon am Samstag war der ehemalige Lebensgefährte des Opfers, ein 22-Jähriger aus Langenfeld, festgenommen worden.

Die 20-jährige hatte ihren Ex-Freund bereits dreimal angezeigt.

Nach dem Säureanschlag auf eine junge Fau (20) aus Hilden bei Düsseldorf hat ein Richter gegen den zweiten Verdächtigen - einen 18-jährigen Langenfelder - Haftbefehl erlassen. Das berichtete die Polizei in Mettmann am Montag. Der 18-Jährige hatte sich in Begleitung eines Anwalts am Sonntagmittag, 30. Dezember, der Polizei gestellt. Er soll der 20-Jährigen im Auftrag ihres Ex-Freundes Schwefelsäure ins Gesicht gesprüht und ihr so schwere Verätzungen zugefügt haben.

Gegen den 22-jährigen mutmaßlichen Auftraggeber war bereits am Sonntagmorgen Haftbefehl erlassen. Beide sitzen nun wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung in Untersuchungshaft.

Wie die Ermittlungen ergaben, soll der Attacke ein Beziehungsdrama vorausgegangen sein. So wurden zwischen November 2011 und Dezember 2012 drei Anzeigen bei der Polizei registriert, bei denen der 22- Jährige das 20- jährige Opfer bedroht oder geschlagen haben soll. Unter anderem soll er ihr dabei mit einer ebensolchen Tat gedroht haben. Dies führte dazu, dass gegen ihn, durch das Amtsgericht Langenfeld, ein Annäherungsverbot ausgesprochen wurde.

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Am Samstag soll der Streit dann in einer Säure-Attacke eskaliert sein. Nach Informationen durch die zuständige Polizeibehörde hatte gegen 11 Uhr ein unbekannter Mann an der Haustür der 20-Jährigen geklingelt. Als die junge Frau die Wohnungstür öffnete, sprühte der Mann ihr aus einer Dose eine Flüssigkeit ins Gesicht. Daraufhin verließ er wortlos den Tatort und flüchtete in unbekannte Richtung. Die 20-Jährige verspürte sofort ein starkes Brennen im Gesicht und rief daraufhin den Rettungsdienst an. Die Sanitäter qualifizierten die Flüssigkeit als Säure.

Unmittelbar nach der Tat wurde bei der Kreispolizeibehörde in Mettmann eine achtköpfige Ermittlungskommission unter Leitung von Kriminaloberrätin Petra Kaufmann eingerichtet. Im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen konnte noch am Samstagnachmittag eine erste Festnahme durchgeführt werden.

Festgenommen wurde der 22- jährige ehemalige Lebensgefährte des 20- jährigen Opfers. Im Zuge der Vernehmung räumte dieser nach Polizeiangaben ein, eine weitere Person zur Tat angestiftet zu haben. Die Tat wurde mit Schwefelsäure ausgeübt, die von den Tätern in einer Apotheke erworben wurde. Er selbst wurde am Sonntag dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ.

Weitere Ermittlungen der hiesigen Kommission erhärteten den Verdacht gegen einen 18- jährigen Langenfelder, dessen Kontakt zu dem 22- jährigen Anstifter der Tat bereits aus vergangenen polizeilichen Untersuchungen bekannt war. Als bereits Ermittlungen in seinem persönlichen Umfeld durchgeführt wurden, stellte sich dieser, in Begleitung seines Rechtsanwaltes, am Sonntagnachmittag der Polizei in Düsseldorf. Er wurde ebenfalls festgenommen und soll dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Frau wurde nach der Tat sofort in die Duisburger BGU-Klinik gebracht. Sie wurde schwer verletzt, in Lebensgefahr schwebt sie aber nicht. Auch die Großmutter der Frau wurde durch die Flüssigkeit leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die Ermittlungen zu den Gesamtumständen dauern weiter an.

Zur Ermittlung der genauen Tatumstände suchen die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und die Kreispolizeibehörde Mettmann weiterhin dringend nach Zeugen.Angaben können bei der Polizei unter der Rufnummer 02103 898 - 6410 oder 02104 98 27 100 hinterlassen werden.

(rpo/nbe/das/jco/rl/pst/ape)