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Zwar-Gruppen demonstrieren vor dem Landtag

Die Landesregierung will die Zwar-Zentrale in Dortmund Ende 2019 schließen : Zwar-Gruppen demonstrieren vor dem Landtag

„Zwar“ steht für „Zwischen Arbeit und Ruhestand“. Die Einrichtung hilf Senioren, ihren dritten Lebensabschnitt selbst zu gestalten. Allein in Hilden sind 400 Ältere in Basisgruppen organisiert.

Die Landesregierung will Ende des Jahres die Zwar-Zentrale in Dortmund schließen. Dagegen protestierten etwa 350 Zwar-Mitglieder aus der Region Düsseldorf vor dem Landtag. Aus Hilden waren etwa 20 mit dabei, berichtet Wolfgang Becker, Moderator der Zwar-Gruppe Mitte-West 1: „Wir wollen, dass auch die nächste Generation noch in den Genuss von Zwar-Gruppen kommt. Dafür brauchen wir die Anleitung von Fachleuten aus der Zwar-Zentrale Dortmund, die die neuen Gruppen ein Jahr lang begleitet.“ NRW Minister Laumann will durch die Streichung rund 600.000 Euro sparen. Zum Vergleich: Nordrhein-Westfalen will in diesem Jahr rund 78.000 Millionen Euro ausgeben.Der Stadtrat hat auf Antrag der Grünen eine Resolution beschlossen. Das Kommunalparlament fordert die Landesregierung auf, die angekündigte Streichung zurückzunehmen. Nur die CDU hatte geschlossen dagegen votiert.

Die Zwar-Stelle habe einen wichtige Rolle bei der Quartiersentwicklung, betonte Sozialdezernent Sönke Eichner: „Zwar berät Kommunen und ist ein hochprofessioneller Partner mit geringem Tagessatz. Zwar leistet einen wertvollen Beitrag für Kommunen.“

„Es gibt keine Unternehmensberatung, die im sozialen Bereich tätig ist“, erläuterte Bürgermeisterin Birgit Alkenings: „Deshalb ist Zwar für die Kommunen so wichtig.“ Sie betonte: „Keine Zwar-Gruppe in Hilden wird geschlossen.“ Hier gibt es mehr als 400 Ältere, die sich in elf Basisgrppen organisiert haben (www.hilden50plus.de). Mehr als 25.000 Hildener, fast die Hälfte der Einwohner, sind 50 Jahre und älter. Frei, selbstbestimmt, ohne Mitgliedsbeiträge und Vereinszwang. Das ist das Prinzip der Zwar-Gruppen. Alles geht, nichts muss: Dabei sein, mitmachen, sich engagieren, aber ohne sich fest zu binden Vielen wollen das genau so. Das bilden die Basisgruppen perfekt ab. Viele, die dort mitmachen, teilen nicht nur die guten Zeiten, sondern sind auch in schweren Zeiten füreinander da. „Es ist eine richtig gute Gemeinschaft entstanden“, bestätigt Netzwerker Wolfgang Becker: „Ist jemand krank, dann kümmern wir uns.“ Er ist schon seit mehr als zehn Jahren in einer Basisgruppe engagiert. Ein anderer beschreibt es so: „Ich habe Menschen gefunden, mit denen ich Interessen teilen kann und außerdem hilft jeder dem anderen.“