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Hilden/Haan: Zensus: Hilden hat weniger Einwohner

Hilden/Haan : Zensus: Hilden hat weniger Einwohner

Die bundesweite Inventur liefert wichtige Informationen für die Lokalpolitik. In Hilden vermieten besonders viele Eigentümer ihre Wohnungen. In Haan sind die Wohnungen besonders groß, und es gibt viele Selbstständige.

Am Zenusstichtag 9. Mai 2011 lebten in Hilden 54 390 Einwohner, weit weniger als angenommen. Bis 2008 zählte Hilden gut 56 000 Bürger. Für Bürgermeister Horst Thiele ist das keine "dramatische Abweichung": "Wir schreiben die Einwohnerzahl ständig anhand unseres Einwohnermeldeamtes fort."

Zum Stichtag Januar 2012 wurden beispielsweise 55 508 Einwohner in Hilden gezählt. Zudem handele es sich beim Zensus nur um eine Momentaufnahme. Weil Hilden als wohlhabende Stadt keine Landesmittel erhalte, habe die geringere Einwohnerzahl auch keine Auswirkungen auf die Einnahmen der Stadtkasse. "Vielleicht hilft uns das bei der Abundanzabgabe — wenn sie denn kommt", scherzte der Bürgermeister. Mit der geplanten Abgabe will die Landesregierung reiche Kommunen zur Kasse bitten, um hoch verschuldete Städte und Gemeinden zu entlasten.

Gleichwohl enthält der Zensus interessante Informationen. Beispielsweise, dass der Anteil der 65-Jährigen und noch Älteren in Hilden deutlich höher ist als im Kreis, Regierungsbezirk Düsseldorf, NRW und in Deutschland. Beim Zensus wurden 7250 Senioren zwischen 65 und 74 Jahren und 5690 über 75 Jahre in Hilden gezählt. Die Zahl der Minderjährigen (8060) liegt dagegen unter dem Durchschnitt in Kreis, Land und Bund.

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In Hilden ist der Anteil der Frauen mit 52,1 Prozent und der Geschiedenen (8,1 Prozent) höher als sonst wo. 8,4 Prozent sind Ausländer, 12 440 Einwohner haben nach eigenen Angaben einen Migrationshintergrund. 30 500 Hildener gehen einer Erwerbsarbeit nach, die meisten (82,2 Prozent) sind Arbeiter und Angestellte. 10 500 arbeiten in Hilden, 19 060 Hildener verdienen ihr Geld außerhalb. Fast genau so viele Einpendler (19 510) von außerhalb haben ihren Arbeitsplatz in Hilden.

Der Zenus liefert auch relativ aktuelle Informationen über die Wohnsituation in Hilden. Zum Stichtag 9. Mai 2011 gab es in Hilden 28 838 Wohnungen. Die meisten Wohnhäuser (9466) wurden zwischen 1949 und 1979 gebaut (48,7 Prozent). Hier tut sich ein großes Potenzial für Energiesparmaßnahmen auf. Nach 2009 (bis 2011) sind in Hilden weit weniger Wohnungen gebaut worden als in Kreis, Land und Bund. Der vorherrschende Haustyp in Hilden sind Reihenhäuser (44,5 Prozent), gefolgt von freistehenden Einfamilien- und Doppelhäusern. Die durchschnittliche Wohnungsgröße liegt bei 83,9 Quadratmetern. Hilden ist offenbar eine Stadt für Kapitalanleger. Nur 36,4 Prozent der Eigentümer bewohnen ihre Wohnungen selbst. Das ist der niedrigste Wert im ganzen Kreis. 61 Prozent der Wohnungen in Hilden sind vermietet (Leerstandsquote: 2,7 Prozent).

In Haan zählten die Statistiker des Landes 29 574 Einwohner, darunter 2050 Ausländer, 5990 gaben einen Migrationshintergrund an. Der Anteil der 65- bis 74-Jährigen ist mit 13,7 Prozent deutlich höher als in Kreis, Land und Bund, der Anteil der Selbstständigen Spitze (14,7 Prozent), ebenso der Anteil (38,3 Prozent) von Einwohnern (ab 15 Jahre) mit Abitur/Fachabi. Von den 15 320 Erwerbstätigen arbeiten 9030 außerhalb der Stadtmauern. 8370 Auswärtige verdienen ihr Geld in Haan.

In der Gartenstadt gibt es 15 384 Wohnungen. Fast die Hälfte der 6948 Wohnhäuser (3143) wurde zwischen 1949 und 1978 gebaut. Es dominieren frei stehende Einfamilien- und Reihenhäuser (jeweils rund 24 Prozent). 46,6 Prozent der Eigentümer wohnen in der eigenen Wohnung. Die Leerstandsquote beträgt 2,9 Prozent, die Durchschnittsgröße 93,6 Quadratmeter. Das ist der höchste Wert im Kreis Mettmann und deutlich mehr als die Durchschnittswerte in Land (89,4) und Bund (90,6).

(RP/rl)