Spielhallen-Raubüberfälle in Hilden:: ZDF-Zuschauer bringen die Kripo auf die Spur

Spielhallen-Raubüberfälle in Hilden: : ZDF-Zuschauer bringen die Kripo auf die Spur

Mehr als 20 Hinweise lieferten die Zuschauer von "Aktenzeichen XY ungelöst". Eine Serie von Überfällen auf sechs Spielhallen in Hilden Mitte letzen Jahres steht offenbar vor der Aufklärung. Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Zwischen dem 18. März 2015 und dem 9. Mai 2016 gab es eine Reihe von Spielhallen-Raubüberfällen in Hilden. Allein die Spielhalle an der Niedenstraße wurde viermal überfallen. Das "Casino Hilden", so der Name, sei mit 100 unterschiedlichen Spielautomaten eines der größten seiner Art in Deutschland - sagt der Betreiber.

Am 11. Januar stellte Kriminalhauptkommissar Siegfried Jörss die Fälle mit gesichertem Videomaterial in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" vor. 5,5 Millionen Zuschauer hatten eingeschaltet. Rund 20 Hinweise auf die Fälle gingen ein. "Es ergaben sich im Anschluss neue Ermittlungsansätze, die zur Klärung der Tat führen könnten", berichtet Uwe Bätjer, Leiter der Wache Hilden. "Das stimmt", bestätigt Susanne Wiescher, Leiterin des Kriminalkommissariats 24, zuständig für Hilden, Haan und Erkrath: "Es gibt Tatverdächtige, die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen." Nach RP-Informationen sollen sich einige Verdächtige bereits in Haft befinden - wegen anderer Delikte. Die sechs Überfälle wurden offenbar in wechselnder "Besetzung" begangen.

Erfolge kann die Polizei Hilden gut gebrauchen. Denn die Kriminalitätshäufigkeitsziffer lag im vergangene Jahr um 21 Prozent über der des Kreises Mettmann (6416). Mit 7705 hat Hilden die höchste Kriminalitätshäufigkeitsziffer aller zehn kreisangehörigen Städte. Sie errechnet sich aus der Zahl der bekannt gewordenen Fälle bezogen auf 100.000 Einwohner und macht Vergleiche zwischen Städten und Kreisen möglich. Auch die Gewaltkriminalität im Kreis hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Die Polizei registrierte 1057 Gewalttaten, 88 oder neun Prozent mehr als in 2015. Den höchsten Zuwachs verzeichnete Hilden mit +27,55 Prozent. Hier stieg die Zahl der Gewalttaten von 98 auf 125.

Ein Fall hat viele Hildener besonders erschüttert. In der Nacht zum 31. Oktober 2016 griffen zwei Männer einen 24-Jährigen im Bereich Eller-/Benrather Straße/Fritz-Gressard-Platz an und verletzten ihn mit Tritten gegen den Kopf lebensgefährlich. Die beiden Schläger gingen mit äußerster Brutalität vor und traten auf den am Boden liegenden ein. Das bestätigten die Ärzte im Solinger Krankenhaus, die "Karel" (so sein Alias, weil der junge Mann aus Osteuropa stammt) mit mehreren Operationen das Leben retten. Allerdings wird er immer an den Folgen der brutalen Attacke zu leiden haben.

Einen der beiden Schläger konnte die Polizei Anfang Februar ermitteln und festnehmen. Es handelt sich um einen "22-jährigen Hildener mit Migrationsgeschichte", berichtete Polizeisprecherin Claudia Partha. Der Haftrichter schickte den Verdächtigen in Untersuchungshaft. Dort muss er bis zur Verhandlung bleiben: "Unseren Ermittlern war die Freude über ihren Erfolg anzumerken." Zwei Drittel aller Gewalttaten konnte die Polizei im vergangenen Jahr in Hilden aufklären.

Positiv: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist um knapp neun Prozent von 160 auf 146 gesunken. Die meisten Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei 2016 mit 307 Fällen in Ratingen, die wenigsten (61) in Wülfrath.

(RP)
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