Hilden: Zauber sakraler Glasmalerei

Hilden: Zauber sakraler Glasmalerei

Die gotische St.-Jacobus-Kirche steht an der Mittelstraße. In zwei Bauabschnitten ist sie zwischen 1872 und 1882 errichtet worden. Die katholische Pfarrkirche zeichnet sich besonders durch ihre spätgotischen Fenster aus.

Wie ein Fels der Beständigkeit, der Tradition und des Glaubens ruht die Kirche St. Jacobus inmitten der lebhaften Fußgängerzone. Die katholische Pfarrkirche, die 1882 am Namenstag des Heiligen Jacobus eingeweiht wurde, geht mehr in die Breite als in die Höhe. Sie wirkt so leicht gedrungen. Umrundet man ihre Backsteinfassade, sieht man die klare Gliederung zwischen Strebepfeilern und schönen spitzbogigen Fenstern.

Von den drei sichtbaren Kreuzen fällt besonders das trutzige Steinkreuz über dem Südportal auf. Im Norden versteckt sich der Turm. Sein unterer Teil aus Bruchstein stammt noch vom alten Kirchturm. Mit seinem Formen- und Materialmix passt er nicht so recht zum Sakralbau. Westlich führt eine Türe unterhalb eines hübschen Kleeblattförmigen Fensters hinein.

Durch eine halbrund gemauerte Bogenreihe mit kurzen stämmigen schwarzen Säulen und Blütenkapitellen nimmt man die Weite und Stille der Kirche auf. Sie ist dreischiffig, reich an Säulen, Basen und Kapitellen und hat drei Apsiden. Haupt- und Seitenschiffe bestehen aus jeweils sechs Jochen. Die romanischen Arkaden zu den Seitenschiffen ruhen auf eckigen Pfeilern mit vier schmucken Säulen. In sanften Rottönen ist das Raum überdeckende Kreuzgradgewölbe gestrichen. Das Grau der Halbsäulen kontrastiert schön zu den roten trapezförmigen Kapitellen mit hellem Rankenwerk.

Spitzbogige Fenster

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Aber diese wenigen Farben treten angesichts des Farbenmeers der wunderbaren spitzbogigen Fenster zurück. Im gesamten Kirchenschiff erliegt man dem Zauber der sakralen Glasmalerei. In alter Technik gefertigt, bringen diese transparenten Kunstwerke so detailfreudig wie farbenprächtig in Figur und Ornament die Kirche zum Leuchten. Die Nord- und Südseite gehört den Heiligen in einem geschlossenen Zyklus. Auch die fünf Fenster des Chores vom Leben und Sterben Jesus und die in den kleinen Apsiden lassen alles andere, wie den Altar oder den monumentalen Tabernakel verblassen. Links vom Chor thront der Patron der Kirche, der Heilige Jacobus. Die, aus einem Holzblock fein geschnitzte Figur, wird dem 15. Jahrhundert zugeordnet. Daneben, in der nördlichen Apside zeigt eine Pieta ihren ästhetischen Reiz: Altertümliche mehrfarbige Skulpturen von Maria mit dem toten Josef auf ihrem Schoß, vermutlich aus dem 17. Jahrhundert.

Friedvolle Taufkapelle

An der Nordwand, neben der Marienkapelle mit offenem Bruchsstein fällt die kleine friedvolle Taufkapelle auf. Polygonal gebaut, mit altem Taufbecken wird sie von drei Fenstern mit lichtgoldenen Engelsgestalten angestrahlt.

Schaut der Besucher hoch, entdeckt er auf der Empore die schlanke, sehr harmonisch gestaltete Schuke-Orgel. Eingerahmt wird sie von einer filigranen, reich verzierten Holz-Balustrade mit eingebautem Rückpositiv.

(RP)
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