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Workshop für Stele, die an Leo Meyer aus Hilden erinnern soll.

Gedenken in Hilden : Leo Meyer – der „gute Deutsche“

Ideenentwicklung mit Künstlern für eine Stele zu Ehren des Hildener Bürgers, der im Zweiten Weltkrieg verfolgt worden ist. Er war Jude.

Das Kulturamt lädt Hildener Kulturschaffende sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger für Donnerstag, 29. Juli, 18.30 Uhr, zu einem Themenabend über Leo Meyer im Kunstraum Gewerbepark-Süd, Hofstraße 64, ein.

Die Hildener Bürgerin Therese Neuhaus engagiert sich seit einiger Zeit dafür, im öffentlichen Raum an den bemerkenswerten Menschen Leo Meyer zu erinnern. Auf ihr Bestreben hin hat der Rat der Stadt Hilden beschlossen, eine Stele zu entwerfen und im Bereich Mittelstraße/Bismarckstraße, nahe des letzten Wohnortes von Leo Meyer, errichten zulassen.

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs war der aus Hilden stammende jüdische Kaufmann Leo Meyer Ortskommandant in einer kleinen belgischen Stadt, welche zu diesem Zeitpunkt von Deutschen besetzt war. Die Bevölkerung litt unter der deutschen Besatzung. Leo Meyer beschloss, mit eigenem Geld und einer großzügigen Spende hunderte in Not geratene französische Flüchtlinge zu unterstützen.

Die Pogromnacht am 9. November 1938 war in Hilden besonders schlimm. Leo Meyer konnte vor den Nazi-Totschlägern schwer verletzt fliehen. Sein Vater erlag kurze Zeit später den Folgen der Misshandlungen. Leo Meyer schlug sich nach Belgien durch und bat völlig mittellos im Kloster von Oost-Malle um Hilfe. Die Oberin erkannte „den guten Deutschen“ aus der Besetzungszeit – und half. Als die Wehrmacht Belgien überfiel, wurde Leo Meyer in dem berüchtigten Lager Gurs in Vichy-Frankreich interniert. Ohne die Lebensmittelpakete von Oberin Beatrix wäre er dort verhungert.

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NS-Ortsgruppenleiter Heinrich Thiele eignete sich die Immobilien der Familie in Hilden an. Leo Meyer kehrte 1949 völlig mittellos nach Deutschland zurück und kämpfte vor Gericht um Rückerstattung. Er fand keine Gerechtigkeit. Krank, und zermürbt starb er 1953 mit 58 Jahren.

Die Historikerin Barbara Suchy hat 2016 auf der Basis von etwa 200 Briefen aus der Zeit zwischen 1938 und 1953 über die herzzerreißende Lebensgeschichte Leo Meyers ein bewegendes Buch veröffentlicht, das im Düsseldorfer Droste Verlag erschienen ist. Das Gespräch mit der Buchautorin Barbara Suchy und Therese Neuhaus soll Anregungen und Impulse für die Konzeption einer sensibel gestalteten und informativen Stele zu Ehren Leo Meyers geben.

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie ist eine Anmeldung (inklusive Adresse und / oder Telefonnummer) an leo-meyer-stele@hilden.de oder telefonisch (02103 721237) erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.