Doris Kallenbach: "Wir nähern uns Chinas Medizin an"

Doris Kallenbach : "Wir nähern uns Chinas Medizin an"

Die Hildener Diätassistentin Doris Kallenbach erklärt, was es mit der "Gesichtsmassage" auf sich hat.

Wer kommt eher zu Ihnen und nimmt Ihre Beratung in Anspruch, Männer oder Frauen?

Kallenbach Männer wie Frauen nutzen mein Angebot. Es gibt zwei Wege, in meine Gesundheitspraxis zu kommen. Einmal können Klienten von ihren Ärzten und Krankenkassen zu mir geschickt werden, oder sie kommen von selber, um etwas zu lernen und zu verbessern. Oder um sich besser zu fühlen. Ich kann Menschen mit schwerer Erkrankung vielleicht nicht heilen, aber ich kann den Heilungsprozess positiv unterstützen und den Menschen neue Kraft geben.

Sie bieten Reiki- und Dien Cham-Behandlungen an. Was ist das?

Kallenbach Bei Reiki lösen sich Blockaden im Körper, die das Fließen von Energie behindern. Das Wort kommt aus dem Japanischen und bedeutet "universelle Energie", die in unserem Körper fließt. Das geschieht bereits während der Dien-Cham-Massage. Diese Massage kommt aus dem Vietnamesischen und dabei werden die verschiedenen Gesichtsreflexzonen stimuliert. Das wirkt beruhigend auf den Geist und auf den Körper. Das Gesicht bekommt eine andere Ausstrahlung. Bei meinem Vortrag werde ich eine Kurzmassage vorstellen, die man an sich selber praktizieren kann.

Manch einer steht eher auf Botox statt Gesichtsmassage . . .

Kallenbach Natürlich verschwinden durch eine Massage keine tiefen Falten. Da müsste man tatsächlich Botox spritzen lassen. Aber das verändert das Gesicht. Bei meiner Behandlung geht es nicht primär darum, das Gesicht zu verändern, sondern dem Menschen ein besseres Lebensgefühl zu schenken. Deshalb arbeite ich mit Dien-Cham. Wem es nicht gut geht, der kann nicht strahlend durch die Welt laufen.

Sie kennen sich auch aus mit der Ernährung in der Traditionellen Chinesische Medizin (TCM). Für wen eignet sich die am besten?

Kallenbach Für jeden. Das ist eine über 3000 Jahre alte Erfahrungsmedizin, die würde nicht so lange bestehen, wenn sie nicht helfen würde. Auch wenn man sagen kann, dass sich das in den letzten Jahren etwas verändert hat. TCM wird im Westen viel stärker akzeptiert und als Alternative zur Schulmedizin gesehen, während in Asien gerade unsere westliche Medizin auf dem Vormarsch ist. Die Ernährung nach TCM, so wie ich sie verstehe, besteht aus guten Empfehlungen, die schon unsere Großmütter wussten. Dazu gehört auch, dass man sich etwa im Winter warm anziehen sollte, um die Nieren zu schützen. Die Niere ist dem Winter zugeordnet und braucht warme und stärkende Gerichte wie Suppen oder Eintöpfe.

Gibt es Unterschiede zwischen der der Ernährung der TCM in Asien und der TCM in Europa?

Kallenbach In der chinesischen Ernährungslehre gibt es bestimmte Lebensmittel, die auf bestimmte Organe wirken. Es werden keine Kalorien, Fettpunkte oder ähnliches gezählt. Es geht immer individuell um den Menschen selber. In der westlichen Ernährungslehre gibt es viele verschiedene Regeln. Für mich ist Ernährung in der TCM ganzheitlicher. Ein Mensch der friert und kalte Lebensmittel zu sich nimmt (Smoothies), der wird sich eher ausgekühlt fühlen. Für den wäre ein Ingwerwasser besser. Der, dem immer sehr warm, wird sich eher mit den Smoothies wohl fühlen.

Was braucht der Körper im Frühling?

Kallenbach Er will entgiften und braucht dazu frische Kräuter und grünes Gemüse wie Bärlauch oder Mangold. Die Organe sind den verschiedenen Jahreszeiten zugeordnet. Früher konnten die Menschen ja auch nur essen, was es zu der jeweiligen Jahreszeit gab. Das ist im 20. Jahrhundert verloren gegangen. Dabei haben schon Hildegard von Bingen oder der Hildener Wilhelm Fabry Regeln zur Ernährung aufgestellt, die ich zum Teil mit gutem Gewissen unterstützen kann.

Wie sieht's mit Fasten im Frühling aus?

Kallenbach Fasten ist nicht für jeden gut geeignet, man muss auf seine eigenen Bedürfnisse achten. In der Ernährung der TCM gibt es sowas wie Fasten nicht. Was man im Frühling machen kann, ist eine sogenannte Basenwoche. Dabei isst man Lebensmittel, die basisch verstoffwechselt werden, wie die gute alte Kartoffel oder verschiedene Gemüsesorten. Man hungert nicht, aber entgiftet. Es wird auf Lebensmittel, die den Körper übersäuern können, verzichtet.

LAURA KLESPER STELLTE DIE FRAGEN.

(RP)
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