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Interview mit Sebastian Köpp: "Wir brauchen mehr junge Politiker in Stadträten"

Interview mit Sebastian Köpp : "Wir brauchen mehr junge Politiker in Stadträten"

Neuer Vorsitzender des Vorstands der Jungen Union im Kreis ist der Langenfelder Sebastian Köpp (27).

Anfang des Monats hat der frisch gewählte Kreisvorstand der Jungen Union (JU) seine Arbeit aufgenommen. Neuer Vorsitzender der christdemokratischen Nachwuchsorganisation ist der Langenfelder Sebastian Köpp. Der 27-jährige Student der Politikwissenschaften freut sich auf die Arbeit im Kreis — und den Bundestagswahlkampf.

Herr Köpp, welche Ziele verfolgt die Junge Union im Kreis mit Ihnen an der Spitze?

Köpp Wir wollen die Stadträte und den Kreistag verjüngen. Politische Gremien sollten immer auch ein Spiegelbild der Gesellschaft sein. Hier gibt es allerdings seit Jahren eine Schieflage zugunsten der älteren Generationen. Deswegen wollen wir junge Politiker fördern — auch mit Blick auf die Kommunalwahl im nächsten Jahr. Es ist unser Ziel, dass junge Kandidaten aufgestellt werden. Wir brauchen parteiübergreifend mehr junge und aktive Politiker.

Studium, Ausbildung, Familienplanung — viele junge Menschen haben andere Dinge als Politik im Kopf. Wie wollen sie Ihre Altersgenossen für eine stärkere Teilhabe begeistern?

Köpp Zunächst einmal hat die JU kreisweit rund 900 Mitglieder, die zum Teil in Vorständen und Ausschüssen vor Ort sitzen. Es gibt also bereits viele junge Politiker in unseren Reihen. Sie müssen allerdings kandidieren können und dürfen, damit sie ihre Interessen und Perspektiven in die Entscheidungsfindung einbringen können.

Das klingt als Vorsitzender einer CDU-Nachwuchsorganisation relativ opportunistisch...

Köpp So ist es aber nicht gemeint. Es geht der JU traditionell um die Förderung junger Politiker und Themen, die unsere Generation bewegen. Das wollen wir in Zukunft weiter forcieren. Ich habe den Eindruck, dass auch viele etablierte Kräfte dieses Ziel teilen. Darüber hinaus bieten wir mit dem Programm "Commit" eine Reihe verschiedener Aktionen an, zum Beispiel politische Bildungsreisen nach Berlin oder Brüssel. Wir wollen natürlich auch uns selbst verjüngen und neue Mitglieder gewinnen.

Statt Wahlkampf ist derzeit Sommerpause angesagt. Wann geht die Junge Union auf Stimmenfang?

Köpp Wir werden in den kommenden Wochen in jeder Fußgängerzone im Kreis Mettmann präsent sein und für die beiden Kandidaten im Nord- und Südkreis werben. Michaela Noll hat mit Peer Steinbrück natürlich einen ziemlich prominenten Gegner im Südkreis, aber ich bin optimistisch, dass sie als Direktkandidatin in den Bundestag einzieht. Dafür legen wir uns ins Zeug.

Kämpfen Sie ähnlich enthusiastisch auch für die Wiederwahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel?

Köpp Selbstverständlich. Angela Merkel und die schwarz-gelbe Koalition haben in der vergangenen Legislatur gute Arbeit geleitet — auch wenn es bisweilen interne Differenzen gab. Die wirtschaftliche Entwicklung ist trotz der immer noch schwelenden europäische Staatsschulden- und Finanzkrise stabil und die Arbeitslosenzahlen so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Erfolg der Regierung spiegelt sich auch in den Umfragen wider. Aber wir ruhen uns nicht darauf aus.

Die CDU hat in den letzten Jahren einige bemerkenswerte Kurswechsel vollzogen und damit viele Mitglieder vor den Kopf gestoßen. Lohnuntergrenze, Frauenquote, Wehrpflicht, Atomausstieg und Mietpreisbremse sind nur einige Beispiele. Ist die Partei noch im bürgerlich-konservativen Lager heimisch?

Köpp Ich denke, dass die CDU weitaus vielseitiger ist als oft vermutet wird. Es gibt viele verschiedene Strömungen in der Partei und manchmal kommt es zu Differenzen. Das ist in der Politik ganz normal. Es ist wichtig, dass verschiedene Meinungen diskutiert werden. Noch wichtiger ist allerdings, dass zwischen Sachthemen und r unterschieden wird. Die CDU ist und war immer liberal, sozial und christlich geprägt. Das strikte Lagerdenken passt meiner Meinung nach nicht mehr in die heutige Zeit — auch wenn es deutliche inhaltliche Unterschiede zu Rot-Grün gibt.

DORIAN AUDERSCH STELLTE DIE FRAGEN.

(RP)