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Hilden: Winterdorf bei erstem Schneefall geschlossen

Hilden : Winterdorf bei erstem Schneefall geschlossen

Kaum fielen die ersten Flocken, standen verblüffte Besucher des Hildener Weihnachtsmarkts vor verschlossenen Buden. Zu gefährlich?

Es schneit in Hilden – was im Winter vorkommen soll. Während sich Straßen und Plätze gestern in Weiß hüllten, steuerten die ersten Besucher das Winterdorf mit seinen Buden an. Doch statt Glühwein und Backfisch gab es nur geschlossene Stände. Auf einem handgeschriebenen Zettel stand: "Aus versicherungstechnischen Gründen geschlossen." Besucherin Andrea Nowak aus Haan findet das einfach "unmöglich": "Im Winter muss man damit rechnen, dass es auch mal schneit." Ihre Verwandten aus dem westfälischen Hamm, vier Erwachsene, sind extra angereist, um sich das Hildener Winterdorf anzuschauen. Andrea Nowak ist sauer.

Im Wohnwagen neben dem Kinderkarussell sitzt Platzwart Markus Herweg. Der ehemalige Karnevalsprinz von 2010 und Betreiber des Kinderkarussells sieht im Auftrag des Veranstalters, der Stadtmarketing GmbH, im Winterdorf nach dem Rechten. Die Schließung gestern begründet er so: "Stellen sie sich vor, dass Schnee in die Friteuse weht, oder dass Besucher hier auf dem Platz ausrutschen und sich die Knochen brechen. Das ist einfach zu gefährlich." Hm. Der Schneefall ist zu diesem Zeitpunkt moderat, statt eines Sturms spürt man nur ein laues Lüftchen. Auf dem Markt liegt der Schnee maximal 15 Zentimeter hoch. "Die Stadt hat hier nicht geräumt", moniert der "Karussell-Prinz", wie er sich selbst vorstellt. Was war denn abgesprochen? "Für das Räumen sind wir als Veranstalter selber zuständig", stellt Stadtmarketing-Geschäftsführer Volker Hillebrand klar. Das werde von den Standbetreibern in Eigenregie erledigt. Dies ist bei ihnen aber offenbar nicht angekommen. Gestern Morgen gegen 11 Uhr habe das Winterdorf kurz auf- und dann ganz schnell nach Absprache wieder zugemacht – weil wegen des dichten Schneetreibens nicht genug Kunden da gewesen seien. Wie auch immer: Nach 15 Uhr waren die Buden wieder geöffnet. Zu spät für Andrea Nowak: "Wir haben das Winterdorf für heute abgehakt." Vielleicht fährt sie demnächst zum Gegenbesuch nach Westfalen. Der Soester Weihnachtsmarkt sei schön und habe auch auf, wenn es mal schneit.

Heute habe das Winterdorf auf dem Markt von 11 bis 19 Uhr geöffnet, verspricht Hillebrand. Und morgen zum Einkaufssonntag von 11 bis 18 Uhr auch. An allen Adventssamstagen können Besucher ihre Einkäufe an einem Gepäckbus kostenfrei deponieren (10-18 Uhr) und auf Wunsch direkt nach Hause liefern lassen. Somit hätten Besucher des Weihnachtsdorfes beide Hände frei für den Glühwein.

(RP)