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Wiederhold-Villa in Hilden ist Geschichte

Abriss in Hilden : Wiederhold-Villa ist Geschichte

Vom „roten Haus“ an der Düsseldorfer Straße ist nicht mehr viel übrig. Die Wiederhold-Villa stand zuvor rund 25 Jahre leer. Viele Hildener bedauern den Abriss des Gebäudes im Hildener Westen, das sie an die ehemalige Bürgermeisterin Ellen Wiederhold erinnert hat. Ein Blick in die Geschichte.

Nur noch wenige Wände der Wiederhold-Villa stehen, den Rest zertrümmert ein Bagger mit Presslufthammer statt einer Schaufel im Regen – das Gebäude an der Düsseldorfer Straße, das Geburtshaus der ehemaligen Bürgermeisterin Ellen Wiederhold ist Geschichte. Seit 1995 hatte es zuvor leergestanden, verfiel zusehends. Der Besitzer ließ es abreißen, ebenso zwei Nebengebäude. Wir blicken noch einmal in die Geschichte des „roten Hauses“, wie es von vielen Hildenern genannt wurde.

Das Landhaus war von dem Bauunternehmer Otto Nebel, Gründungsmitglied der „Hildener Aktienbaugesellschaft“ vermutlich um 1900 gegenüber der Lackfabrik errichtet und von ihrem Vater Walter Wiederhold gekauft worden. Nach dem Tod von Ellen Wiederhold 1995 wollten ihre Erben die „rote Villa“ abreißen und das 5500 Quadratmeter große Grundstück mit Wohnungen bebauen. Die Stadt versuchte, das historische Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Ein erster Versuch scheiterte 1998. Erst auf Druck der Stadt sah das Rheinische Amt für Denkmalpflege eine Denkmalwürdigkeit gegeben.

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Dagegen zog die Erbengemeinschaft vor Gericht. Nach jahrelangem Streit verständigten sich die Kommune und die Erben auf einen Kompromiss. Entlang der Düsseldorfer Straße wurde der Neubau von Wohnungen gestattet. Der Park mit seinem Baumbestand sollte dafür erhalten bleiben. Wie bei einem Kompromiss üblich, konnte sich keine Seite durchsetzen. Die Erben mussten sich von ihren Plänen einer Maximalbebauung verabschieden. Die Stadt konnte weder das Anwesen kaufen (kein Geld) noch die „rote Villa“” als Denkmal erhalten.

Eine weit über 100 Jahre alte Blutbuche direkt an der Düsseldorfer Straße hätte allerdings gefällt werden müssen. Das wollte der Bund für Umwelt und Naturschutz Hilden (BUND) nicht zulassen. Den Naturschützern gelang ein Coup, der sowohl die Wiederhold-Erben als auch die Stadt überraschte. Der BUND beantragte bei der Oberen Landschaftsbehörde, den gesamten Park unter Schutz zu stellen – und hatte damit zunächst Erfolg. Im Februar 2004 erklärte die Bezirksregierung Düsseldorf den Park „mit sofortiger Wirkung“ für maximal vier Jahre zum „geschützten Landschaftsbestandteil“.

Die Stadt Hilden wurde von dieser Entscheidung auf dem falschen Fuß erwischt. Die mit der Erbengemeinschaft abgestimmten Baupläne waren durchkreuzt. Die Erben reichten Klage gegen die Entscheidung der Höheren Landschaftsbehörde ein, setzten sich dann mit der Bezirksregierung und der Stadt an einen Tisch. Ergebnis: Die Erben schlossen im Juli 2005 eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit der Kommune ab. Der Park im hinteren Teil des Geländes wird erhalten. Im Gegenzug sagte die Bezirksregierung die Aufhebung der „Sicherstellung“ zu. Die „ortsbildprägende“ Blutbuche an der Düsseldorfer Straße durfte doch gefällt werden. Das bedauerte die Bezirksregierung. Auch die „baurechtlichen Belange“ der Eigentümerin sowie die Planungshoheit der Stadt seien zu berücksichtigen gewesen.

2005 kaufte ein Hildener Unternehmer das Anwesen. Die Blutbuche wurde vor der Axt gerettet – bis heute. Ein Bauträger habe vor Jahren eine Bauvoranfrage gestellt, erklärte der ehemalige Erste Beigeordneter Norbert Danscheidt: „Diese mussten wir ablehnen.“ Der Eigentümer habe danach mit der Verwaltung Gespräche geführt, was auf dem Areal baurechtlich möglich sei und was nicht. Aktuell gebe es keine neuen Pläne für eine Bebauung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Wiederhold-Villa ist Geschichte – ein Blick in die Vergangenheit