Hilden: Werke laden zum Entdecken ein

Hilden : Werke laden zum Entdecken ein

Das Haus Hildener Künstler präsentiert die Jurierte Winterausstellung seiner Vereinsmitglieder. Erste Preise gingen an Ruth Löwe (Malerei), Hildegard Lücke (Objekte) und Marion Reckow-Memmert (Fotografie).

Ein Abstecher lohnt sich in diesen Adventswochen ins Haus Hildener Künstler. Dort laden Werke in unterschiedlichen Facetten zum Entdecken ein. Freitag startete die diesjährige Jurierte Winterausstellung der Vereinsmitglieder. Erstmals gab es einen Preis in allen drei Kategorien (Malererei, Fotografie und Objekte). Da hatte es die Jury sicher nicht leicht gehabt. Viele Arbeiten nehmen sofort gefangen, wie die Collage "Hemdchen des Holunder-Kindes" von Henriette Astor. In einem, in Holundersaft getränkten Rahmen spricht ein zierliches Papierhemdchen mit eingearbeiteten Gräsern hinter hauchfeiner Gase eine sehr poetische Sprache. Die beherrscht auch Ute Alkenings in ihrer "Erdgeschichte". Schmal, querformatig, unter Glas, sieht man eine filigrane Keramikplatte mit geheimnisvollen Zeichen und Symbolen.

Auf den zweiten Blick

Viele der Werke in dem lichten Galerieraum erschließen sich erst auf den zweiten Blick. Dazu gehört das abstrakte Acryl-Bild "Insichgekehrt". L.B.Gordon hat eine so üppige wie verwirrende Weiblichkeit vor satten rotblaugelben Elementen geschaffen: zwei kniende, sich umeinander schlingende rundliche Figuren. Bei den Skulpturen fällt in einer Ecke ein erheiterndes bizarres Objekt von Gerd Clemens auf. "Gleichberechtigung" hat er es genannt. Geschweißte Blechteile strecken sich zu imaginären tänzerischen Bewegungen in die Luft.

Auf der anderen Seite fasziniert eine Keramik-Komposition von Ute Augustin Kaiser. "Am Wasser" ist in Meeresfarben lasiert und schimmert so nass, dass man meint, das Wasser sprudeln zu hören. In dieser Kategorie heimste Hildegard Lücke den ersten Preis mit "Star Wars" ein. Auf einem Sockel ruht ein kleines fantasievolles Gebilde. Es erinnert an eine fliegende Untertasse. Beeindruckend in Technik und Gestaltung wirken die zwei Radierungen in Stahlrahmen von Volker Beindorf-Wagner. Und mit leichter Hand hat Margit Seiwert ihre Aquarelle "Am See" farbharmonisch komponiert.

Besondere Atmosphäre

Eine ganz besondere Atmosphäre geht von drei wunderbaren Hafen-Impressionen Ruth Löwes aus. Für ihr reizvolles "Düsseldorf-Reisholz-Hafen" Bild wurde ihr der erste Preis verliehen: ein stimmungsvolles Aquarell auf Gouache Papier, trotz dunklen, braunblauen Kolorits lichtdurchlässig. Es zeigt den Hafen als einen verborgenen Ort zum Träumen, zum Meditieren. Die dritte Preisträgerin ist Marion Reckow-Memmert. Ihre brillante Fotoarbeit "Stille" betört in ihrer lyrischen Ausstrahlung, in ihrer Ästhetik, in ihren Farben.

Eine junge Frau sitzt auf dem Boden, neben sich einen roten Rucksack, versunken in den Anblick einer chinesischen Vase mit Zweigen. An der Wand stehen grazil geschwungene Holzstühle. Ein Bild zum Verweilen.

(RP)
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