Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt: Wenn der Bürger stört . . .

Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt: Wenn der Bürger stört . . .

Es hat lange gedauert, doch in der vergangenen Woche haben sich Anwohner der Oderstraße zusammengetan, um eine Interessengemeinschaft zu gründen. Ihr Ziel: verhindern, dass Grünflächen in einer Art und Weise vernichtet werden, die das Wohnen dort zu einer Belastung werden lassen.

Es ist einer der Hauptkritikpunkte an der Planung: 42 neue Zweizimmer-Mietwohnungen in einer Größe von jeweils 52 bis 60 Quadratmetern sollen unter anderem auf den bisherigen Grünanlagen entstehen.

Ein ehemaliger Polizeibeamter, der seit mehreren Jahrzehnten an der Oderstraße wohnt, hatte das passende Beispiel zur Kritik geliefert. Als er damals eingezogen sei, habe man mit der Aussicht ins Grüne geworben - "jetzt scheint das alles nichts mehr wert zu sein", gab er nach der Veranstaltung zu Protokoll. Gerade der Bürger-Informationsabend, zu dem die Stadt Hilden und das Wohnungsbauunternehmen Derr eingeladen hatten, feuerte den ohnehin schon lange vorhandenen Unmut der Anwohner noch an.

Bürgermeisterin Birgit Alkenings habe sich gar nicht blicken lassen, hieß es aus Anwohnerkreisen. Die Moderation der Veranstaltung sei phasenweise zudem unterirdisch gewesen. Kritikern sei über den Mund gefahren worden.

  • Hilden : Oderstraße: Anwohner formieren sich

Die großen politischen Fraktionen haben angekündigt, im Licht der kritischen Bürgerkommentare ihre bisher eher positive Haltung zum Bauprojekt überprüfen zu wollen. Das ist gut so: Wenn sich der Eindruck erst verfestigt, dass der Bürger bei der Stadtplanung stört, könnten die Verantwortlichen Probleme bekommen.

Peter Clement

(RP)