Weltmarktführer für Abziehwerkzeuge wird 100

Hilden : Weltmarktführer für Abziehwerkzeuge wird 100

Seit 1919 baut die Firma Kukko Werkzeuge. Damit ist das Familienunternehmen auch im Digitalen Zeitalter erfolgreich. Ein Weltmarktführer aus Hilden, dem man das auf den ersten Blick nicht ansieht.

Wenn festsitzende Teile wie Kugellager und Zahnräder von eine Welle oder einem Gehäuse gelöst werden müssen, ohne sie zu zerstören, dann kommt Kukko ins Spiel. Das 1919 gegründete Familienunternehmen stellt Abzieher her. Das sind Spezialwerkzeuge für den Aus- und Einbau. Sie werden überall gebraucht – weltweit. Ob im Atomkraftwerk, in den Werken großer Autobauer oder in der Autowerkstatt um die Ecke.

Lieferant ist häufig die Kukko-Werkzeugfabrik Kleinbongartz & Kaiser oHG. Weil das Familienunternehmen es wie kaum ein zweites versteht, seine 100 Jahre Erfahrung in der Werkzeugfertigung mit Erfindergeist für Innovationen und Gespür für die Bedürfnisse der Kunden zu kombinieren. Das macht das Familienunternehmen zu einem Marktführer, der seine Produkte weltweit in mehr als 100 Ländern vertreibt – von Hilden aus. Kukko ist heute nicht mehr nur Hersteller von Abziehwerkzeugen, sondern entwickelt mit seinen Kunden Lösungen für deren neue Produkte. Während etwa der Sportwagenhersteller Porsche ein neues Elektroauto entwickelte, konstruierte Kukko die Spezialwerkzeuge zum Ein- und Ausbau der Komponenten parallel dazu.

Inhaber und Geschäftsführer Michael Kleinbongartz hat die Digitalisierung zu seinem Schwerpunkt gemacht: „Bei uns werden Daten nur einmal erfasst.“ Das beschleunigt alle Vorgänge, von der Entwicklung und Bestellung über die Produktion und Qualitätssicherung bis zur Auslieferung. „Intelligentes Werkzeug“ ist eines der jüngsten Projekte von Kukko – der Abzieher kommuniziert mit der Komponente, die ausgebaut werden soll.

Seit 100 Jahren lässt sich Kukko immer wieder etwas Neues für seine Kunden einfallen. Die jüngste Werkzeug-Generation arbeitet zum Beispiel mit einer goldenen Spitze, die durch ihre TiN-Beschichtung für die materialschonendste Demontage aller Zeiten sorgt. Titannitrid (TiN) ist eine Spezialbeschichtung, die die Lebensdauer der Werkzeuge um das Drei- bis Vierfache erhöht. Die Spitze ist wesentlich härter und resistenter gegen Korrosion und Chemikalien. Im Ergebnis werden damit die Kosten für den Ersatzbedarf wesentlich reduziert und die Präzision im Arbeiten erhöht. Das meint Inhaber Michael Kleinbongartz, wenn er sagt: „In jedem Kukko-Produkt steckt ein ausgeprägtes Entwickler-Gen.“

2013 verlagerte das Unternehmen große Teile seiner Produktion von Remscheid nach Hilden. Das erste Kukko-Werkzeug, das komplett in Hilden entwickelt wurde, war 2016 der „Europäer“. Eine Weiterentwicklung und Verbesserung des „Engländers“. Der verstellbare Schraubenschlüssel liegt in vielen Werkzeugkisten. Der „Europäer“ ist nicht nur arretierbar, sondern sogar in der Lage, rundes Material sicher zu halten. Leser der Zeitschrift „Selbst ist der Mann“ kürten den „Europäer“ 2017 zum Gewinner in der Kategorie „Technik“. „Das ist ein echter Verbraucher-Preis“, freute sich Kleinbongartz. Auch über den kommerziellen Erfolg des „Europäers“.

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