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Kreis Mettmann: Wasser macht Wandern unterhaltsam

Kreis Mettmann : Wasser macht Wandern unterhaltsam

Sein neues Buch "Mit Kindern wandern. Touren, Tipps und Natur - Abenteuer in ganz Deutschland" stellt Manuel Andrack morgen in Haan vor.

Mit Kindern wandern? Oh, je! Es ist zu heiß. Es ist langweilig. Mama, wie lange dauert das noch? Wer mit dem Nachwuchs im Schlepptau die Wanderstiefel schnürt, kennt das Thema. Da wird gequengelt und genörgelt. Oder gleich schon lautstark Einspruch erhoben, wenn mal wieder Wanderpläne aufs Tapet kommen.

Glaubt man hingegen Manuel Andrack, kann das alles auch ganz anders laufen. Mit Kindern wandern? "Das geht wunderbar", sagt der Neanderlandsteig-Wanderpate.

Andrack hat selbst vier Töchter, er muss es also wissen. Und nach 20 Jahren praktischer Erfahrung mit familiären Wanderabenteuern hat er nun darüber ein Buch geschrieben. Der Tenor: Wer mit Kindern unterwegs ist, muss sich vorher Gedanken machen. Einfach nur eine Route raussuchen und losmarschieren - das hingegen kann gehörig daneben gehen.

Stattdessen sollte man schauen, dass es auch für die Kinder passt. "Irgendwas mit Wasser geht immer", meint Manuel Andrack. Im Auge hat er dabei alles, was fließt oder zu Wasserspielen einlädt. Am Neanderlandsteig also vor allem auch die Düssel oder den Unterbacher See. Bei letzterem gebe es sogar Spielplätze und Einkehrmöglichkeiten, was den Badesee zu einem perfekten Zielort für Wandertouren mache. "Wenn die Kinder irgendwo am Wasser planschen, ist doch alles gut", rät er Eltern mit einem zwinkernden Auge davon ab, die eigenen Wanderambitionen allzu verbissen zu sehen. Mit dem Kilometerzähler im Kopf und der Fitnessuhr am Arm: Das geht gar nicht, wenn man Kindern den Spaß am Wandern nicht verderben will. Andrack selbst hat diese Erfahrung bei seiner ersten Wandertour mit der mittlerweile erwachsenen Tochter gemacht. Die damals Fünfjährige habe nach denzwölf Eifel-Kilometern und dem stetigen Hoch und Runter ziemlich gelitten. Und vermutlich hat sie auch nicht begeistert auf die nächste Tour gewartet. Stattdessen war es der Papa, der mit neuen Ideen und Abenteuern gelockt hat - und dem längst klar geworden war: So geht es nicht, das müssen wir anders machen. Nach zwei Jahrzehnten und unzähligen Wandertouren mit den mittlerweile vier Töchtern darf man Manuel Andrack also auch in dieser Hinsicht getrost als Experten bezeichnen. Keinesfalls dürfe man sagen, dass man spazieren gehen wolle: "Das klingt für Kinder nach Langeweile, während sich Wandern nach Abenteuer anhört."

Er selbst sei als Kind für verhaltensgestört gehalten worden, weil er gerne mit den Eltern zu Wandertouren aufgebrochen sei, erinnert sich Andrack schmunzelnd an die eigenen Kindertage. Jahrzehnte und etliche Wanderkilometer später schaut er dennoch vorher auf die Wanderkarte, wenn er mit seiner jüngsten Tochter Nika (7) unterwegs ist. Gibt's irgendwo Spielplätze wie in der Ohligser Heide? Oder einen Gasthof am Wegesrand? Eine Burg oder eine alte Mühle? Wenn ja, ist das ein guter Wanderplan. "Wann immer es geht, sollte man auch Freunde der Kinder mitnehmen", rät Manuel Andrack. Von pausenlosem Entertainment rät er hingegen ab: "Es darf auch ruhig mal eine halbe Stunde langweilig sein."

(magu)