Hilden: "War Porn": Vortrag über Ethik im Fotojournalismus

Hilden: "War Porn": Vortrag über Ethik im Fotojournalismus

Ist es moralisch zu rechtfertigen, als Fotograf in Kriegsgebieten zu arbeiten? Warum fühlen wir alle uns von Bildern des Elends anderer angezogen? Produzieren Fotojournalisten Kriegs-Pornographie? Darüber spricht Christoph Bangert am Donnerstag, 4. Januar, um 19.30 Uhr im Wilhelm-Fabry-Museum, Benrather Straße 32a. Er ist Fotojournalist und Dozent an der Fachhochschule Dortmund und arbeitete zehn Jahre lang für internationale Medien als Fotograf in Krisengebieten. Dabei sah er sich oft einem Dilemma gegenüber: Einerseits versuchte er, Geschehnisse getreu seiner Wahrnehmung abzubilden, andererseits musste er dies mit diversen Schichten der Selbstzensur vereinbaren.

Die erste Zensur fand im Kopf des Fotografen statt - bei manchen seiner Bilder erinnert sich Bangert nicht daran, sie überhaupt gemacht zu haben. Die zweite Ebene der Zensur findet bei den publizierenden Medien statt, die dritte schließlich beim Betrachter. Bangert wagte in seinem Buch "War Porn" das Experiment, die Selbstzensur einmal völlig auszuschalten: In "War Porn" versammelt er unveröffentlichte Fotografien aus Afghanistan, Irak, Libanon und Gaza. Das Ergebnis ist ein rohes, intensives, kontroverses und schockierendes Buch.

Es ist ehrlich im Bestreben, einen anderen Blick auf die Krisen und Kriege unserer Zeit zu werfen. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Das Fabry-Museum zeigt die Ausstellung "Im Felde verwundet" mit Fotografien über den Amerikanischen Bürgerkrieg.

(cis)