Auf Ein Wort Hanno Nell: War das der Hammer?

Auf Ein Wort Hanno Nell: War das der Hammer?

Ob das eine Legende ist mit Martin Luthers Anschlagen seiner 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg oder ob das wirklich so am 31. Oktober 1517 passiert ist, bleibt unklar. Jedenfalls war es ein "Hammer", wie die Verbreitung von Luthers Thesen gegen den Ablasshandel als einer der ganz starken Impulse für die Reformation Europa verändert hat.

Das Reformationsgedenken in den letzten zwölf Monaten war nicht überall "der Hammer", in Ostdeutschland war die Resonanz teilweise geringer als erwartet. Aber auf unserem gut besuchten Kirchenkreisfest zum Reformationsfest vorgestern erzählte mir jemand, er hätte am Morgen in Wuppertal eine halbe Stunde vor Gottesdienstbeginn keinen Platz mehr in der mit 3000 Menschen überfüllten Stadthalle bekommen. Erfreulich finde ich auch, wie sehr ökumenisch das Reformationsgedenken begangen wurde und wie viele Katholiken in den letzten Jahrzehnten sich der Botschaft der Reformation genähert haben, also der Rückbesinnung auf die Bibel und die Gnade Gottes.

Das war der Hammer, wie Menschen aus den Ängsten des Mittelalters befreit wurden, wie sie die Bibel verstehen lernten. Dass es keine Drohbotschaft, sondern eine Frohbotschaft ist, dass uns im Glauben an Christus Liebe und (zumindest innere) Freiheit geschenkt wird. Das prägt hoffentlich noch mehr als bisher die nächsten 500 Jahre!

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HANNO NELL IST PFARRER DER EV.-REF. GEMEINDE GRUITEN

(RP)