Hilden: VW-Camper in Hilden aufgetaucht

Hilden: VW-Camper in Hilden aufgetaucht

Nach dem Diebstahl in Freising hatte der Eigentümer via Facebook appelliert, schonend mit dem Auto umzugehen.

Ein erleichterter Friseur aus Freising und ein roter VW-T3-Campingbus in Hilden. Beides hat miteinander zu tun: Der 45-Jährige aus Bayern ist der rechtmäßige Besitzer des Wagens, der ihm vor gut einer Woche in Süddeutschland gestohlen wurde.

Die Diebe kutschierten mit dem 25 Jahre alten Reisemobil nach Hilden und ließen das Fahrzeug hier stehen. Die Geschichte hatte die sozialen Netzwerke bewegt. Denn Eigentümer Andreas Krickels hatte per Facebook an die Fahrzeugdiebe appelliert, doch bitte schonend mit dem Auto umzugehen.

Mit "Hallo, Dieb, du hast am Donnerstag unseren geliebten VW-Bus gestohlen oder geliehen?" begann Andreas Krickels Appell, der ihm sein geliebtes Fahrzeug zurückbringen sollte. Es sei für ihn und seine Kinder "ein zweites Zuhause geworden." Unter anderem wurde der VW-Bus zum Fahrzeug für die Band seines Sohnes, und in ihm wurde auch ein Song geschrieben. "All diese Dinge haben ihn für mich zu einem echten Liebhaberstück gemacht", berichtet Krickel.

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Es geht aber nicht nur um diesen Fahrzeugdiebstahl – mit letztlich gutem Ende. Die Polizeidienststellen in Hilden und Freising haben weitere Berührungspunkte. Denn kurz vor dem Bus-Klau in Bayern ist in Hilden ein silberner VW Golf II gestohlen worden – und in Freising wieder aufgetaucht. Der Wagen stand dort mehrere Tage im Halteverbot. Bei einer Kontrolle durch die Polizei zeigte sich, dass der Wagen in Hilden gestohlen worden und zur Fahndung ausgeschrieben worden war. Bei der Suche im Umfeld des Hildener Tatortes stießen die Beamten dann – 300 Meter entfernt – auf den VW-Bus aus Freising. In der Zeit zwischen den Autodiebstählen, wurden in Freising zwei Einbrüche, in einen Imbiss und ein Einfamilienhaus, verübt. Die bayrische Polizei vermutet nun einen Zusammenhang. Es sei möglich, dass die Verbrecher mit dem Golf zum Einbruch fuhren und dann mit dem gestohlenen VW-Bus zurück nach Hilden. Die Ermittlungen hierzu dauern noch an. Der Diebstahl des roten VW-Busses wurde im Internet schnell zu einem Lauffeuer, zumal der Besitzer den Diebe Hinweise gab: "Die Bremsen sind kaputt – daher das laute Geräusch – und die Tankanzeige könnte dich ins Schwitzen bringen." Gut 85 000 mal wurde sein Aufruf von Facebook-Nutzern geteilt. "Teilen" heißt eine Funktion, bei der Nutzer die von Krickel verfasste Nachricht an ihre eigene Pinnwand kopieren können. Auch wenn es am Ende eher nach einem Fahndungserfolg der Polizei aussieht, freut sich der Autobesitzer dennoch über die rege Anteilnahme der Internetnutzer. "Es ist einfach ein Wahnsinn, was sich daraus entwickelt hat", erzählt der Friseur aus Bayern. Von dem Medienrummel, der aus seinem Appell im sozialen Netzwerk entstanden ist, sei er aber etwas überrumpelt. In diversen Zeitungen, im Radio und sogar im Fernsehen wurde seine kuriose Geschichte schon erzählt. Und es gebe noch weitere Anfragen.

"Erst einmal bin ich dem Dieb dankbar, dass er den Wagen irgendwo wieder abgestellt hat", sagt der 45-jährige Freisinger und hofft, dass sich die entstehenden Kosten in einem annehmbaren Rahmen bewegen werden.

Derzeit ist die Spurensuche am Fahrzeug aber noch nicht abgeschlossen. Daher ist noch nicht klar, wann der Besitzer sein Fahrzeug wiedersehen wird. "Ich bin erst richtig glücklich wenn ich den Wagen wiederhabe. Vielleicht fahre ich dann selber hoch, um ihn zu holen", so Krickel.

(RP)
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