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Volksbank im Bergischen Land zieht Bilanz aus 2019

Hilden/Haan : Volksbank legt in allen Geschäftsbereichen zu

Kreditinstitut hat 24 Filialen in 14 Städten. Eigentümer bekommen eine Dividende von sechs Prozent. Sorgenvoller Blick auf 2020.

Zinsen gibt es so gut wie keine. Negativzinsen berechnet die Volksbank im Bergischen Land für den normalen Sparer aber auch nicht. Doch wer Mitglied der Genossenschaftsbank ist, der kann sich am Ende des Geschäftsjahres 2019 immerhin über eine Dividende von sechs Prozent – Höchsteinlage bei den Geschäftsanteilen sind 5000 Euro – freuen. Davon gibt es bei der Volksbank immerhin 11.454, und an diese Eigentümer wurden insgesamt 1,4 Millionen Euro gezahlt. „Wir machen im Bergischen Land Geschäfte und geben hier das Geld aus“, sagten am Dienstag die Vorstände Andreas Otto (Vorsitzender) und Lutz Uwe Magney und betonten auch auf diese Weise den „regionalen Charakter“ der Volksbank.

Auch mit Blick auf die Gewerbesteuer. Hier werden an die Städte im Bergischen, in denen die Volksbank vor Ort ist, immerhin insgesamt 4,8 Millionen Euro überwiesen. Zudem wurden 8,4 Millionen Euro an Steuern bezahlt, mit etwa 20 Millionen Euro wurde das Eigenkapital der Genossenschaftsbank gestärkt.

Otto und Magney sind mit dem Geschäftsverlauf 2019 der Volksbank im Bergischen Land sehr zufrieden. „Es gab Steigerungen in allen Geschäftsbereichen“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Das Kreditgeschäft erhöhte sich um 4,5 Prozent auf 1,475 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen wuchsen um satte 8,7 Prozent auf 1,838 Milliarden Euro.

In Beratungsgesprächen konnten die Volksbank-Kunden auch davon überzeugt werden, „dass Wertpapiere und Aktien nichts Böses sind“, so Andreas Otto. 860 Millionen Euro hatten Kunden 2018 in Wertpapieren angelegt, im vergangenen Jahr waren es schon 991 Millionen Euro.

Nach dem guten Verlauf des Geschäftsjahres 2019 blicken Andreas Otto und Lutz Uwe Magney allerdings mit etwas Sorge auf die Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr. Zumindest die erste Jahreshälfte wird nach Ansicht des Volksbank-Vorstandes nicht glatt verlaufen: „Die Investitionen der Unternehmen sind überschaubar, sie sind abwartend unterwegs.“

Das Coronavirus, das jetzt auch für einen Absturz des DAX sorgte, der Brexit, der ungelöste Handelskrieg zwischen China und den USA, die Verunsicherung im Automotivbereich, zu befürchtende Lieferengpässe aus China – es gebe eine Vielzahl von Anzeichen, die für Bremsspuren sorgen können. „Wir rechnen mit einer erhöhten Insolvenzneigung im ersten Halbjahr“, sagte der Volksbank-Vorstand. Otto und Magney hoffen dennoch, „dass die zweite Jahreshälfte besser wird“, zumal der Konsum der Verbraucher ungebrochen sei.

Mit 24 Filialen in 14 Städten ist die Volksbank im Bergischen Land vor Ort, unter anderem in Solingen, Remscheid, Wuppertal, Hilden und Haan. 2019 wurden die Filialen Schwelm und Velbert an neuen Standorten eröffnet, aktuell wird in Wuppertal-Barmen neu gebaut.

Weitere Fusionen mit Genossenschaftsbanken in der Region sind aktuell nicht im Gespräch. „Wir beobachten aber permanent die Marktsituation. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass wir in den nächsten vier Jahren größer werden“, sagte Andreas Otto nach der vollzogenen Fusion der Volksbank Remscheid/Solingen mit der Credit- und Volksbank Wuppertal im Jahr 2017. „Wir sind gut aufgestellt für die Zukunft“, ergänzte Magney.

Auch beim gesellschaftlichen Engagement: 180 Vereine und Institutionen wurden im Jahr 2019 unterstützt, rund 320.000 Euro flossen in die verschiedensten Projekte. Überdies hilft die Crowdfunding-Plattform der Volksbank Vereinen und Initiativen, Spenden für Projekte zu sammeln. Seit dem Start der Plattform im März 2016 wurden für 39 Projekte über 112.000 Euro gesammelt.