1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Vogelpark Ohligs: "Schiege" verzückt Besucher

Ohligs/Hilden/Haan : „Schiege“ verzückt Vogelpark-Besucher

Das noch junge Jahr brachte dem Tierpark an der Hildener Stadtgrenze schon einige Zuwächse – und darunter auch eine besondere Erdenbürgerin.

Ein Christkind konnten Gäste und Pfleger im Solinger Vogel- und Tierpark nicht begrüßen, ein Neujährchen auch nicht. Aber entscheidend ist ja letztlich ohnehin, dass das Leben seinen Weg findet, und nicht unbedingt, an welchem Datum. Und so kam das erste Jungtier im Gehege der Waldziegen am 2. Januar auf die Welt. Wenig später folgte ein zierliches Geschöpf, das auf der Anlage am Hermann-Löns-Weg derzeit besonderes Aufsehen erregt: Denn das inzwischen gut eine Woche alte Mädchen ging aus der Verbindung vom Thüringer Waldziegenbock Kevin mit Kamerunschaf Mareike hervor – es ist also gewissermaßen eine „Schiege“, wie Tierpflegerin Sabrina Thiele schmunzelnd sagt. Die Mischung ist im Park ein Novum – zugleich betont die Pflegerin: „Wenn man Schafe und Ziegen zusammenhält, passiert das unweigerlich.“

Erst vor etwa eineinhalb Jahren hatte der Tierpark die kräftig gebauten Waldziegen neu auf der Anlage eingeführt. Und die scheinen sich – so sieht es zumindest für den Besucher aus – mit den Schafen gut zu verstehen. Das Jungtier lässt es derzeit naturgemäß noch ruhig angehen und kauert entspannt an einer Totholzhecke in der Mitte des Außengeländes. „Die Mutter ruft die Jungen zum Säugen“, sagt Thiele. Und zu überhören ist Mareikes meckerndes Organ wahrlich nicht. Zur Welt kam das Jungtier, in dessen ansonsten weißes Fell sich braune Farbkleckse eingeschmuggelt haben, im Stall. In einem strengeren Winter würde es dort in der Anfangszeit wohl auch bleiben, nicht aber bei den frühlingshaften Temperaturen der Gegenwart, erklärt Thiele. So können die vorbeiflanierenden Familien mit ihren Kindern die „Schiege“ schon jetzt bewundern.

Mehrere Jungtiere sind in den letzten Wochen bei den Ziegen geboren – mindestens eins ist noch in den Startlöchern. Bei den anderen Vogelpark-Bewohnern wird der Nachwuchs hingegen noch auf sich warten lassen. „Die Vögel kommen erst ab dem Frühling“, sagt Thiele. Die „Schiege“ erfreut sich laut der Tierpflegerin bester Gesundheit. Gesäugt wird das Junge etwa ein halbes Jahr lang, beginnt aber schon nach der ersten Woche, sich nach und nach an das Heu seiner älteren Artgenossen zu gewöhnen. Die sind zwar trotz ihres Temperaments eine Gemeinschaft. Vater Kevin jedoch nimmt vergleichsweise wenig Anteil am Werdegang des Nachwuchses – er beschützt schließlich die Herde. Und er ist letztlich auch der Grund dafür, dass die „Schiege“ nicht sehr lang im Ohligser Tierpark verweilen wird: Denn wenn die Tochter eines Tages die Geschlechtsreife erlangt, würde auch sie von Kevins Fortpflanzungstrieb nicht verschont bleiben.

Der nächste Besitzer steht schon fest. Ihm wird es auch vorbehalten sein, dem jungen Tier einen Namen zu geben. „Wir wollen keine zu große emotionale Bindung aufbauen“, erklärt Sabrina Thiele. Den Weggang, der aus menschlicher Sicht tragisch klingt, werde das junge Tier aber erfahrungsgemäß gut verkraften: „Sie wird sich rasch an ihr neues Umfeld gewöhnen.“ Ob Schafe oder Ziegen – ein steht fest: Auch in der neuen Umgebung warten definitiv Artgenossen auf sie.