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Rp-Aktion Stricken Für Meine Stadt: Viele Ideen für weitere Strickkunst

Rp-Aktion Stricken Für Meine Stadt : Viele Ideen für weitere Strickkunst

Schaufenster könnten mit den Bändern verziert werden oder das Ittergeländer. Das Stadtmarketing geht auf Händler zu.

Die Siegeseiche auf dem Alten Markt hat wieder ein neues Kleid. Besser gesagt: eine breite Bauchbinde. Denn vergangene Woche hatten Unbekannte die bereits befestigten Wollbänder der RP-Ferienaktion "Stricken für meine Stadt" gestohlen. Zu dem Zeitpunkt war der Stamm bereits vom Fuß bis über Kopfhöhe in bunte Maschen gehüllt. Beim gestrigen Treffen arbeiteten die Strickbegeisterten nach und versahen den "nackten" Baum erneut mit Schals. Anton Sawadski vom Stadtmarketing ist voll des Lobes für die fleißigen Strickerinnen. "Ich finde es toll, dass sie so etwas in ihrer Freizeit machen, um die City zu bereichern." Joseph Kronfli und Gabriele Pohl, die mit Hündin Kyra vorbeikamen und sich aus Jux einen Schal umhängten, meinten: "Einfach eine lustige Aktion."

"Der Baum freut sich bestimmt, endlich mal im Mittelpunkt zu stehen", bemerkte eine Dame, die den Teilnehmern der Strickaktion zuschaute. "Sonst drehen die Menschen, die auf der Bank sitzen, ihm ja immer nur den Rücken zu." Eine Woche sollen sich Baum und Bank noch einmal in ihrer neuen bunten Pracht präsentieren, ehe die Bänder abgenommen und für andere Zwecke verwendet werden. Dann ist die zeitlich begrenzte Aktion zu Ende, aber Ideen für eine Verwendung der Schals gab es gestern schon zahlreiche. Eine lautete, dem Bürgermeister einen Hilden-Schal zu schenken — "für seine offiziellen Auftritte".

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"Der Platz vor dem Bahnhof und der Fritz-Gressard-Platz könnten etwas Farbe gebrauchen", findet Lilo Natusch. "Außerdem könnte man die Bänder um alte, verrostete Laternen wickeln." Die Laternen, die den Eingang des Parks beleuchten, sollen bunt werden. Im Gespräch sind auch das Geländer an der Itter sowie die Sockel von Kunstwerken, die nicht zum Kunstwerk selbst zählen — etwa die Stelen rund um das Nove-Mesto-Denkmal vor dem gleichnamigen Platz. "Die Schals sind alle so schön gemacht, die könnte man auch versteigern", schlägt Axel Roth von der gleichnamigen Druckerei vor. Bärbel Scheffler könnte sich vorstellen, die nicht benötigten Teile von Fahrradständern damit zu verzieren.

Helga Berchten juckt es in den Fingern, Denkmale mit Maschen zu ergänzen und so zu ein wenig Farbe zu verhelfen. Weitere Vorschläge: Die Schals zu Wandteppichen zusammenzunähen und an kahle Wände zu hängen, oder sie Kindergärten und Schulen zur Verfügung zu stellen, um Kindern damit das Handarbeiten näher zu bringen. Hans Glaser hält Hydranten für bestrickenswerte Objekte. "In Kanada habe ich im Ort Kimberley Hydranten gesehen, die als bayerische Seppelhosen verziert worden waren", erzählt er. Sawadski will nun auf Händler in der Innenstadt zugehen und fragen, ob sie den ein oder anderem Schal als Deko in ihre Schaufenster zu nehmen bereit sind. Anja Schürg von Küchen Schürg an der Schulstraße hat dem bereits zugestimmt: "Einige Schals kann ich sicher oben wie eine Art Girlande am Rollo anbringen", sagt sie. Sawadski denkt darüber hinaus auch an Eigentümer, deren Lokale derzeit leerstehen: "So eine Aktion haben wir einmal mit Kunstwerken gemacht, die in den leeren Schaufenstern zeitweise ausgesetllt wurden", erzählt er. "Vielleicht ist etwas Ähnliches jetzt wieder möglich."

Empörung schlägt allerdings noch immer hoch, wenn die Teilnehmerinnen an den Diebstahl ihrer Werke denken. "Ich bin ganz entsetzt", sagt Doris Glaser. "Wer macht so etwas?" Solchen Vandalismus hätten sie und ihr Mann Hans in Hilden nicht erwartet. "Das wird doch auch in anderen Städten gemacht. Und es wäre ein Jammer, wenn die Bänder nach der Aktion jetzt nicht mehr zu sehen wären." Von dem Diebstahl lassen sich die Teilnehmer nicht unterkriegen. "Ich stricke weiter", kündigt Clarissa Wilmanowicz an. Genauso Halina Kania, die gestern einen breiten knallbunten Schal für künftige Dekorationen mitbrachte.

Der Ablauf ist nun folgender: Bis Freitag werden in der Redaktion die Ideen gesammelt, alle können sich beteiligen und melden. Weiterhin wird Wolle gesammelt. Am kommenden Montag, dem letzten in den Sommerferien, treffen sich alle, die mitmachen wollen, wieder am Baum. Von dort aus schwärmen sie aus, um die Ideen in die Tat umzusetzen.

(RP)