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Haan: Viel Arbeit in der neuen Schule

Haan : Viel Arbeit in der neuen Schule

Nach den Sommerferien beginnt der Alltag für die Grundschule Mittelhaan, die offenen Ganztags-Gruppen und die Musikschule im Neubau an der Dieker Straße 69. Derzeit lernen alle die neue Technik kennen, die hilft, den Betrieb energieeffizient zu machen.

Die Flure im Schulneubau an der Dieker Straße sind zwar weitgehend menschenleer. Aber überall im Gebäude ist Bewegung. Lehrer räumen ihre künftigen Klassenräume ein. Hausmeister Jochen Hartmann schraubt Zeichenschränke zusammen, in denen künftig Schülerkunstwerke trocknen können. Anderswo schließen Elektriker Kontrollbildschirme an, auf denen mit einem Blick zu sehen ist, wo noch ein Fenster offen steht oder wo im Haus noch Licht brennt.

Noch fehlt einiges Schulmobiliar und auch die Klaviere für die künftig von Grundschule und Musikschule gemeinsam genutzen Klassenräume werden in der nächsten Woche geliefert.Der Bereich der offenen Ganztagsschule ist schon jetzt fast betriebsbereit. Zum Schuljahresstart am 7. September soll alles fertig und benutzbar sein. Da ist Ute Eden, Leiterin des Gebäudemanagements, zuversichtlich.

"Mief-Ampel" achtet auf gute Luft

Parallel zur Einrichtung werden die Nutzer mit der Gebäudetechnik vertraut gemacht. Davon hat der nach den scharfen Vorgaben der Energie-Einspar-Verordnung konzipierte Bau eine Menge zu bieten. Küche, Forum, Lagerräume und Toiletten werden zentral be- und entlüftet. Dabei wird Frischluft über einen Wärmetauscher durch die Abluft vortemperiert. In den Klassen dagegen seien so genannte "Mief-Ampeln" installiert. Deren Sensoren messen den Kohlendioxid-Gehalt der Raumluft und zeigen den Gütegrad der Luft mit Grün-, Gelb- oder Rotlicht an. Wenn Lehrer oder Schüler Rot sehen, müssten die Fenster zur Lüftung geöffnet werden. Deren Sensoren schalten dann die Heizkörperventile ab. "Kollegen in Aachen haben mit dieser Technik sehr gute Erfahrungen gemacht", sagt Ute Eden. Wenn sich die Regelung auch im Neubau bewehre, könnten vielleicht auch andere Gebäude nachgerüstet werden.

Die Beleuchtung wird über Präsenzmelder gesteuert. Die Elektroinstallation ist mit einem Bus-System kombiniert. Damit kann auch festgehalten werden, wo der Stromverbrauch wann wie hoch ist. Auch Störungen werden protokolliert und später für Änderungen bei der Steuerung ausgewertet. Ute Eden sieht in der neuen Technik den "Einstieg in ein sinnvolles Energie-Management".

Kostenrahmen gut eingehalten

Das 7,3 Millionen teure Schulbauprojekt wurde in öffentlich-privater Partnerschaft realisiert. Die Erwartungen in das so genannte PPP-Projekt, bei dem der Kostenrahmen gut eingehalten wurde, seien "voll erfüllt" worden", bilanziert Eden. "Wir haben nachhaltig gebaut, ohne dabei Luxus zu schaffen", wertet die Architektin das Bauergebnis. Es sei gelungen, mit herkömmlichen Baumaterialien neue Auflagen zum Arbeitsschutz für Lehrer zu erfüllen: In den Klassen wird der allgemeine Lärm stark gedämpft, ohne dass dabei die Sprachverständlichkeit leidet. Das eingeplante Geld reichte auch, um Brandschutztüren mit Magnethaltern auszurüsten, die die schweren Türen nur im Brandfalle automatisch schließen lassen. Eine Brandmeldeanlage erlaubt zudem begrenzt Mobiliar auf den Fluren.

Hintergründe im Internet unter www.rp-online.de/Hilden

(RP/rl)