Hilden/Haan: VHS schreibt 2009 und 2010 rote Zahlen

Hilden/Haan : VHS schreibt 2009 und 2010 rote Zahlen

Die Verbandsumlage darf auf keinen Fall steigen, hatte Jörg Dürr, Vorsitzender der Zwecksverbandsversammlung, in seiner Jungfernrede gefordert. Hilden und Haan stünden bereits finanziell mit dem Rücken an der Wand. Gestern musste VHS-Leiter Niklas Rahn in der Verbandsversammlung so etwas wie einen Offenbarungseid leisten. Die Volkshochschule kommt mit dem Geld nicht aus. In diesem Jahr fehlen trotz eisernen Sparens (eine Mitarbeiterin wird nicht mehr beschäftigt) 48 000 Euro, im kommenden Jahr weitere 32 000 Euro. Die sollen die beiden Städte zusätzlich aufbringen. 2010 würde die VHS – aufgeteilt nach Einwohnerzahl – Hilden knapp 519 000 Euro kosten, Haan 277 000 Euro.

Erfolgreiche Arbeit

Grund für die Haushaltslöcher seien die Berufsqualifizierenden Maßnahmen. Die führt die VHS für die Bundesanstalt für Arbeit durch und das nachweislich sehr erfolgreich. Dennoch weist die Arbeitsagentur ohne Angaben von Gründen viel weniger Teilnehmer als in den vergangenen Jahren zu.

Der VHS-Leiter spricht von einer "Durststrecke". Trotz aller Unwägbarkeiten will er an den berufsqualifizierenden Maßnahmen festhalten. Mehr Personal könne die Volkshochschule nicht einsparen. Das Angebot will Rahn auf keinen Fall reduzieren, fürchtet dann noch mehr Kunden zu verlieren und um den guten Ruf der VHS. Stattdessen will Rahn "mehr zahlende Kunden gewinnen". Das neue Programm soll deshalb erstmals schon vor den Sommerferien erscheinen. Am 15. April soll der Haushalt 2010 verabschiedet werden. Das Defizit für 2009 haben die Vertreter beider Städte noch einmal ausgeglichen.

Eine Veranstaltung im Programm wurde gestern bereits gestrichen – und das einstimmig. Eine Exkursion zum Dr.-Max-Otto-Bruker-Haus nach Lahnstein, seit Jahren im Programm, wird es künftig nicht mehr geben. Udo Weinrich (Bürgeraktion Hilden) hatte herausgefunden, dass der 2001 verstorbene Mediziner und SA-Mann Bruker nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt zutreffend als "langjährige Scharnierstelle zwischen Naturkostbewegung und Neonaziszene" bezeichnet werden dürfe. Das war der VHS-Leitung nicht bekannt gewesen.

(RP)
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