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Vertrag für 39. Unicef-Gala in Hilden unterzeichnet

Kultureller Höhepunkt : Die Unicef-Gala bleibt Hilden treu

„Selbst wenn nur 350 Zuschauer in die Stadthalle dürfen, haben wir vor, es zu machen“, sagt Organisator Heribert Klein. Wenn alles klappt, soll die 39. Unicef-Gala am 4. und 5. Dezember stattfinden. „Mister Unicef“ hat in 39 Jahren neun Millionen Euro für das UN-Kinderhilfswerk gesammelt.

1982 saß Heribert Klein im Büro von Dr. Ellen Wiederhold im Rathaus und trug ihr seine Idee von einer Benefiz-Gala in der Hildener Stadthalle für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen vor. „Wer soll da kommen?“, fragte die Bürgermeisterin. Klein: „Künstler aus New York, London, Paris.“ „Ihren Glauben möchte ich haben“, meinte Ellen Wiederhold.

Jetzt hat Bürgermeister Claus Pommer den Partnervertrag für die 39. Unicef-Gala in Hilden unterzeichnet. Im vergangenen Jahr musste die große Benefizveranstaltung wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Diesmal ist Heribert Klein guter Hoffnung, dass die 39. Unicef-Gala am 4. und 5. Dezember in der Stadthalle über die Bühne gehen kann. „Selbst wenn nur 350 Zuschauer in die Stadthalle dürfen, haben wir vor, es zu machen.“ Klein will versuchen, den Ticketpreis von 40 Euro zu halten: „Sie gehen komplett an Unicef.“

Finanziert werde die Unicef-Gala durch große Sponsoren wie die Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert, die Stadtwerke Hilden oder Rudolf Hans Kaupenjohann, Inhaber der Keramikscheune Ratingen und Rees, der allein schon mehr als 500.000 Euro bereitgestellt habe.

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Wegen der Corona-Pandemie hätten viele Künstler keine Engagements bekommen und nicht auftreten können, berichtet Klein. Wenn Opern, Musical-Theater und Konzertsäle jetzt wieder öffnen dürften, hätten die Stars aber weniger Zeit, um unentgeltlich für Unicef auf der Bühne zu stehen.

 Bürgermeister Claus Pommer und Heribert Klein unterzeichnen den Vertrag für Unicef-Gala.
Bürgermeister Claus Pommer und Heribert Klein unterzeichnen den Vertrag für Unicef-Gala. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Aber Heribert Klein wäre nicht „Mister Unicef“, wenn er nicht auch dafür eine Lösung finden würde. In den vergangenen 38 Jahren hat der ehemalige PR-Chef der Commerzbank und Mitglied des Deutschen Komitees für Unicef sage und schreibe neun Millionen Euro für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen eingesammelt.

Und 287 Künstler – darunter zahlreiche Weltstars  aus 83 Ländern  –  in eine kleine (pardon) rheinische Stadt geholt. Und den Hildenern damit ein unvergleichliches Event beschert. Wie hat er das geschafft?

„Die Unicef-Gala ist ein besonderes Musikereignis und Highlight für das Hildener Kulturleben“, bedankt sich Bürgermeister Claus Pommer. Das trifft es nicht ganz. Genauer betrachtet ist die Hildener Unicef-Gala ein „Wunder“. Und weil dieses „Wunder“ schon seit 38 Jahren passiert, haben sich viele Hildener irgendwie daran gewöhnt – leider. Auswärtige Besucher sind da häufig ganz anders und schwärmen noch Jahre später von der Hildener Gala-Nacht als kulturellem „Geheimtip“.

Heribert Klein ist ein begnadeter Netzwerker, kennt jede und jeden. Und wenn es um Kinder in Not in aller Welt geht, kann ihm kaum jemand einen Wunsch abschlagen. Die Stars steigen nicht in Düsseldorfer Lusxushotels ab, sondern wohnen alle im Hotel am Stadtpark in Hilden: ein kleines Haus mit allem Komfort. Familie Römer kümmert sich dort persönlich um die Künstler. Die Stars lernen sich ungezwungen kennen. So entwickelt sich ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl – die „Unicef-Familie“.

Die Stadthalle ist keine riesige Konzerthalle oder Arena, sondern eher ein intimer Saal, in dem sich Stars und Publikum ganz nah kommen können. Das Publikum feiert jeden Auftritt. Es herzt und drückt die Künstler mit seinem Beifall an sich – und erobert so auch Weltstars wie im Fluge. So ein Gala-Abend in Hilden ist einfach hinreißend –  sowohl für das Publikum und auch für die Künstler.

In Hilden treten die Bühnen-Stars nicht wie sonst in Konkurrenz zueinander auf, sondern gemeinsam für eine gute Sache. Und deshalb gehen nach einem so fabelhaften Abend alle beschwingt und ganz erfüllt nach Hause – meist erst weit nach Mitternacht. Nach so einem Erlebnis kann man nicht einfach ins Bett gehen, da muss man reden, erzählen. Das tun die Stars übrigens auch – nach der Vorstellung gemeinsam im Hotel am Stadtpark. Sie sitzen noch zusammen und durchleben einen wunderbaren Abend ein zweites Mal. Das alles zusammen macht das „Wunder“ der Unicef-Gala in Hilden aus.