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Hilden: Verein fordert Regelschulen für alle Kinder

Hilden : Verein fordert Regelschulen für alle Kinder

Dem Verein "Gemeinsam leben lernen" (GLL), der sich seit 25 Jahren für die Integration behinderter Kinder und Jugendlicher in Hilden einsetzt, ist die Zielgruppe des "Mettmanner Modells" mit lediglich drei von sieben Förderschwerpunkten zu klein. Deshalb hat die Hildener Elterninitiative Bürgermeister Horst Thiele jetzt einen Antrag zur Erarbeitung eines Inklusionsplans überreicht mit der Bitte, diesen im Schulausschuss am 24. Februar beraten zu lassen.

"Ziel dieses Inklusionsplans soll eine kontinuierliche Steigerung der Integrationsquote an den allgemeinbildenden Schulen unter Berücksichtigung aller Förderschwerpunkte bis zum Jahr 2015 zumindest auf europäischem Niveau sein", betont Martin Rawe. Europaweit würden mindestens 80 Prozent aller behinderten Kinder an Regelschulen gefördert, so der GLL-Sprecher. Der Inklusionsplan soll fester Bestandteil des Schulentwicklungsplans für alle Schulen der Primar- und Sekundarstufe der Stadt Hilden sein und sieht mehrere Umsetzungsstufen vor. "Die erste Stufe soll bereits mit dem beginnenden Schuljahr 2011/12 realisiert werden", wünscht sich Rawe.

Elf Aspekte möchte der Verein den Mitgliedern des Schulausschusses, die in ihrer nächsten Sitzung ohnehin über den Schulentwicklungsplan beraten, vorstellen. So sei bei der Art der integrativen Beschulung der Elternwille – Förder- oder Regelschule – zu berücksichtigen. Für Schüler mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen sowie körperliche und motorische Entwicklung, die derzeit noch nicht von den Kompetenzzentren betreut werden, soll es qualifzierte GU-Plätze sowohl in Primar- und Sekundarstufe als auch im offenen Ganztag geben.

Zudem sollen "die Vorteile des gemeinsamen Unterrichts" (Rawe) bereits in Kindertagesstätten propagiert werden. "Vor allem Eltern aus sozial schwachen Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund haben selten die Möglichkeit, die Schulwahl ihres Kindes ausreichend zu reflektieren", glaubt Rawe. Um so notwendiger sei ein inklusives Schulsystem.

(RP)