Hilden: Unicef-Gala in Hilden ist gerettet

Hilden: Unicef-Gala in Hilden ist gerettet

Auch nach der Verschmelzung von Dresdner Bank und Commerzbank wird die Tradition fortgeführt. Bei der 27. Gala am Samstag und Sonntag standen 100 Künstler aus zwölf Nationen auf der Bühne der Stadthalle.

Es war das schönste Weihnachtsgeschenk, das Robert Cholewa, Mitglied der Geschäftsleitung der Dresdner Bank, der Hildener Fangemeinde machen konnte: „Ja, es wird die Gala auch weiterhin geben.“ 1,6 Millionen Euro an Spenden seien in 27 Jahren zusammen gekommen. „Das beweist, dass sie die Not der Kinder berührt“, dankte er dem Publikum, das seine Ankündigung mit großem Jubel quittierte. Beschwingt durch die frohe Botschaft, führte Heribert Klein, „Erfinder“ der Gala und ihr unermüdlicher Motor, gewohnt souverän durch ein Programm, dessen Mischung man wohl nur auf der Bühne der Hildener Stadthalle zu sehen und zu hören bekommt.

Das blendend aufgelegte Symphonische Blasorchester Hilden unter der Leitung von Thomas Volkenstein eröffnete mit Richard Strauss’ „Und also sprach Zarathustra“ (bekannt aus dem „2001: Odyssee im Weltraum“) einen Abend der Superlative.

Mit karibischen Rhythmen brachte die Ebony Steelband aus London fast die Schneemänner im winterlichen Bühnenbild zum Schmelzen. The N’Awlins Brassband aus den Niederlanden holte mit ihrer Musik nicht nur die Zuschauer von den Stühlen, Bandleader Jan Wouters hinterließ nach einer Runde durchs Publikum auch einen kaputten Theatersessel und meinte: „Schickt die Rechnung nach Holland!“ Dass bei Al Copley die Schuhe fliegen, hat in Hilden schon Tradition. Der Jazzer aus New York, seit zehn Jahren dabei, haute in die Tasten, dass einem schwindlig werden konnte. Und als sei ein Volldampfmusiker noch nicht genug, liefert er mit dem Saxophonisten Tilo Baron eine Session ab, die den Saal zum Kochen brachte.

Auch die großen Stars haben einmal klein angefangen. Wie die fünfjährige Japanerin Mai Kawasaki (Gewinnerin des Steinway-Klavierwettbewerbs in Hamburg), die am Piano die Herzen der Zuschauer gewann. Wie schnell aus talentierten Anfängern Könner werden, bewiesen Quynh Vi Cao (Vietnam) und Alica Koyama (Japan), beide 13 Jahre alt.

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„The best of the Opera“: Der Titel des Showblocks bezog sich nicht nur auf die ausgewählten Arien. Mit Sarianna Salminen (Finnland), Bonita Glenn (USA), Véronique Parize (Frankreich), Inessa Galante (Lettland), Bonita Hyman (USA) und Ricardo Tamura (Brasilien) standen ganz Große des Genres auf der Stadthallenbühne. Kongenial am Flügel begleitet von Stephen Harrison. Als die Damen mit „Nessun Dorma“ dann als Zugabe eine klassische Männerdomäne stürmten, waren die Bravo-Rufe programmiert. Renée Knapp (USA) und Hardy Rudolz (Deutschland) glänzten mit Melodien aus bekannten Musicals und einer Premiere: dem Lied des Phantoms aus „Phantom der Oper“ als Duett.

„Drama, Baby!“: Diesen Appell von Deutschlands bekanntem Topmodel-Macher Bruce Darnell, brauchten „Appassionante“, die „einmalige Verschmelzung von Pop und Klassik“, wahrlich nicht. Giorgia Villa, Stefania Francabandiera und Mara Tanchis (Italien) beherrschten die schmelzenden und rockigen Töne ebenso wie die effektvollen Posen – und die Wirkung ihres durchsichtigen Outfits.

Als sich alle Künstler zum großen Finale vereinte, schienen die Breakdance-Weltmeister „Da Rookies“ ihren Augen und Ohren immer noch nicht zu trauen – und fotografierten, was vor die Linse kam. „Wir haben mit allem gerechnet, nur nicht mit so einem Publikum“, hatten sich die Jungs nach ihrem frenetisch beklatschten Auftritt gewundert. Das Durchschnittsalter ihrer Fans ist sonst mit Sicherheit um einiges niedriger. Die Reaktion des Publikums zeigte: Die Unicef-Gala ist zwar 27 Jahre alt, aber immer wieder jung.

(RP)
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