Umfrage belegt: Perspektive für Wohnungsbau bleibt düster

Hilden/Haan : Perspektive für Wohnungsbau bleibt düster

Die neueste Wohnungsmarkt-Umfrage der NRW-Bank bietet keinen Anlass zum Jubel.

In Nordrhein-Westfalen wird so viel gebaut, wie seit Jahren nicht mehr. Dennoch nimmt die Anspannung der Wohnungsmärkte immer weiter zu. Barrierefreie und kleine Wohnungen sind besonders von der Marktanspannung betroffen. Hier ist das Angebot, gemessen an der Nachfrage, meist klein. Das gilt auch für Hilden und Haan.

Diese und weitere Ergebnisse liefert das aktuelle Wohnungsmarktbarometer, das die NRW-Bank jährlich veröffentlicht und für das landesweit mehr als 420 Wohnungsmarktexperten befragt werden.

Es fehlt bezahlbarer Wohnraum. Dieses Ergebnis überrascht auch in Hilden und Haan niemanden. So zeigt denn auch das Ergebnis der Umfrage: Die Entwicklung der Mieten und Immobilienpreise kennt seit Jahren nur eine Richtung – nach oben. Beklagt wird immer wieder ein zu geringeres Angebot an gefördertem Mietwohnraum. Ein Blick in die zuletzt verfügbaren Wohnungsmarkt-Profile liefert für Hilden die Bestätigung: Nur 6,2 Prozent der Wohnungen sind demnach Sozialwohnungen. Haan dagegen übertrifft mit 13,7 Prozent den Landesschnitt von 9,6 Prozent. Und doch hat sich auch in der Gartenstadt die Erkenntnis durchgesetzt, dass bei künftigen Bauvorhaben der Anteil geförderter Wohnungen steigen muss – nicht zuletzt mit Blick auf die Aufgabe, anerkannte Flüchtlinge mit Wohnraum zu versorgen. Dabei müssen die Kommunen Zugriff auf die Wohnungen haben.

Nach Einschätzung der befragten Experten nimmt die Marktanspannung seit zehn Jahren deutlich zu. Von dieser Entwicklung seien alle betrachteten Marktsegmente betroffen.

Die Wohnungsmarktbeobachtung der NRW-Bank zeigt, dass in den vergangenen Jahren die Zuwanderung ins Land – und hier insbesondere in die Ballungszentren und Universitätsstädte – ein bedeutender Faktor für die Entwicklung des Wohnungsmarktes ist. Das Angebot kann die Nachfrage nach Wohnraum im unteren und mittleren Marktsegment nicht decken. Gerade in den Ballungszentren werde daher mehr bezahlbarer Wohnraum benötigt. Gut zu erreichende Mittelstädte mit attraktiver Infrastruktur wie Hilden und Haan werden da immer bedeutsamer.

Die Wohnraumförderung des Landes bleibt der Umfrage zufolge ein wichtiges Instrument. Zwar schrumpfe das Angebot an geförderten Mietwohnungen. Der Rückgang sei jedoch geringer als in den Jahren zuvor. Neun von zehn der befragten Experten sind aber der Meinung, dass der Neubau geförderter Wohnungen aktuell noch nicht ausreicht. Die Experten sehen die größten Hemmnisse für den Wohnungsneubau – trotz deutlicher Anstrengungen des Landes und der Kommunen – nach wie vor in der derzeitig hohen Auslastung der Bauwirtschaft sowie in den fehlenden bzw. nur schwer aktivierbaren Wohnbauflächen.

Neue Mietwohnungen seien eher teuer, heißt es. Die befragten Experten sehen kurzfristig keine deutliche Entspannung im preiswerten und mittleren Preissegment.

Allenfalls bei Eigenheimen und Eigentumswohnungen wird eine leichte Entspannung erwartet. Hier werden die Suchräume der Nachfrager größer und dehnen sich stärker in die Region aus. Zudem werde ein hoher Anteil des zunehmenden Geschosswohnungsbaus als Eigentumswohnungen vermarktet.

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