Haan: Umbau der Königstraße: Vor Beschluss werden Bürger gefragt

Haan : Umbau der Königstraße: Vor Beschluss werden Bürger gefragt

Die Stadtverwaltung schlägt vor, den Bürgersteig auf der Parkseite zu entfernen, um das Parkplatz-Angebot für Kirchgänger zu erhöhen.

Die Königstraße in Haan – laut Verwaltung seit Jahrhunderten eine der repräsentativsten Straßen im Stadtgebiet – ist marode. "Der Zustand ist schlecht", berichtete Thorsten Fischer vom Tiefbauamt in der Sitzung des Verkehrsausschusses. "Bäume heben die Bordsteine an und wachsen in den Bürgersteig hinein." Die frühere Decke aus Natursteinpflaster sei später mit Asphalt übergossen worden, durch diverse Kanalerneuerungen und -aufbrüche aber stark beschädigt.

"Es ist eine grundhafte Erneuerung nötig", sagte er. Der Aufbau müsse entfernt und entsorgt werden. Anschließend müsse ein neuer Aufbau mit Frost- und Schotterschicht aufgebracht werden. Beim Gehweg sehe es nicht besser aus. Die Stadt will die alten Bäume – Platanen – erhalten, ebenso die Zahl der Parkplätze. Sie schlägt Schrägparkbuchten vor, denn insbesondere sonntags gebe es zu den Gottesdienstzeiten in der katholischen Kirche einen sehr hohen Bedarf an Parkplätzen. Dafür müsse der bisherige Gehweg auf der Seite des Parks Ville d'Eu entfallen. Für die Kreuzung mit der Bismarckstraße sehen die Stadtplaner einen Kreisverkehr vor. Außerdem wollen sie durch eine Einengung der Fahrbahn die Geschwindigkeit dämpfen.

Auf etwa 400 000 Euro werden die Kosten für den Straßenumbau geschätzt. Die Stadt beabsichtigt, die Baumaßnahme im Herbst 2013 zu vergeben und abzuwickeln. Die Anwohner müssen bei "grundhaften Sanierungen" die Hälfte der Kosten tragen, erklärte Fischer.

Stimmte die SPD den Plänen voll zu, sahen CDU und FDP keinen Sinn in dem Kreisverkehr. Die Grünen/Alternative Liste (GAL) lehnten den Entwurf komplett ab. "Damit würde der Charakter der Straße kolossal verändert", wandte Andreas Rehm ein. "Wir geben einen Haufen Geld dafür aus, dass der Park Ville d'Eu so aussieht wie vor 100 Jahren, und dann lassen wir die Leute direkt davor auf parkende Autos statt wie bisher auf einen Gehweg schauen."

Der Einwand fand offene Ohren. "Als Kompromiss schlagen wir vor, erst die Bürger miteinzubeziehen und nach der Bürgeranhörung eine Entscheidung zu treffen", bot Udo Greeff (CDU) an. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

(RP/rl)