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Trotz Corona nicht mehr Hunde in Hilden

Hundezahlen in Hilden : Rathaus sagt: Trotz Corona nicht mehr Hunde

Viele Deutsche sind in der Corona-Pandemie auf den Hund gekommen, weiß der Verband für das Hundewesen (VDH). In Hilden ist die Zahl der offiziell angemeldeten Bellos dagegen 2020 gesunken und 2021 nur um 37 gestiegen, so die Verwaltung.

Seit der Corona-Pandemie beobachte die CDU-Fraktion immer mehr Hildener, die mit Hunden im Stadtgebiet spazieren gehen. Viele Familien hätten sich offenbar einen Hund angeschafft. Ebenso sei die CDU-Fraktion von Bürgern vermehrt auf Hunde-Haufen auf öffentlichen Plätzen, Straßenabschnitten und Unterführungen angesprochen worden. Deshalb haben die Christdemokraten die Verwaltung nach der Entwicklung der Zahl offiziell angemeldeter Hunde gefragt.

2018 waren in Hilden 3208 Vierbeiner angemeldet, antwortet die Verwaltung: 2019 waren es 3189 (-19) und  2020 3184 (-5). Aktuell (Stand 21.05.2021) sind 3221 Bellos registiert (+37). Bürgermeister Claus Pommer (der auch selbst einen Hund hat) erwartet für dieses Jahr „keinen gravierenden Anstieg von zur Hundesteuer angemeldeten Hunden“. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie des Zentralen Bauhofes hätten auch keine Vermehrung von Hundekot an öffentlichen Plätzen, Straßenabschnitten und Unterführungen feststellen können.

Das mag richtig sein, Zweifel sind trotzdem angebracht.  Nach Angaben des Verbands für das deutsche Hundewesen (VDH) sind im Jahr 2020 rund 20 Prozent mehr Hunde gekauft   worden. Züchter und Tierheime wurden mit Anfragen überhäuft. Auch das Tierheim Hilden, berichtete dessen Leiter Thomas Mielke am 1. Mai 2021 in der RP.

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Die letzte Hunde-Zählung in Hilden liegt jetzt fünf Jahre zurück. 2016 wurden 181 Hunde im Steueramt neu angemeldet. Die Stadt führt diese Aktion nicht jedes Jahr durch. Aber wenn, war sie jedes Mal ein Erfolg – aus Sicht der Stadtverwaltung. Bei der Hundezählung 2011 wurden 145 Tiere zusätzlich angemeldet. 2002 sogar 300 Hunde.

Die Hundesteuer ganz abschaffen – das hat der Bund der Steuerzahler NRW zum „Tag des Hundes“ am 13. Juni gefordert. „Viele Menschen haben sich während der Corona-Pandemie einen Hund zugelegt“, erklärt Vorsitzender Rik Steinheuer: „Das macht deutlich, dass ein Hund ein wichtiger sozialer Halt ist, wie ein Familienmitglied.“ Früher seien Hunde ein Luxus gewesen, die Hundesteuer gewissermaßen eine Luxussteuer. „Davon kann heutzutage keine Rede mehr sein.“

Die Stadtverwaltung sieht das etwas anders. Die Hundesteuer sei eine so genannte Vermeidungs- und Ordnungssteuer. Sie soll dazu beitragen, dass die Zahl der Vierbeiner im Rahmen bleibt – speziell im dicht besiedelten Hilden (2149 Einwohner pro Quadratkilometer). Hier gibt es immer wieder Konflikte, weil Bürgersteige und öffentliche Grünanlagen von Hundehaltern als Hundeklo missbraucht werden. Wenn jeder angemeldete Hund in Hilden im Schnitt nur 150 Gramm Kot pro Tag produziert, kommt bei 3221 Vierbeinern ganz schön was zusammen.

Die Hundesteuer werde willkürlich erhoben, kritisiert der Steuerzahlerbund NRW. Das zeige ein Vergleich: Die Spanne für einen Hund reiche von 24 Euro jährlich in Lienen bis zu 180 Euro in Hagen. Als gefährlich eingestufte Hunde werden in der Regel höher besteuert. Hier zahlt man in Legden mit 120 Euro im Jahr am wenigsten, in Solingen und Heimbach mit 1200 Euro am meisten. 92 Städte und Gemeinden erheben keine gesonderte Steuer für die so genannten Kampfhunde.

„Wer denkt, die Einnahmen aus der Hundesteuer dienten dazu, die Hinterlassenschaften der Vierbeiner auf Straßen und in Parks zu beseitigen, Fiffi-Tüten-Spender aufzustellen oder Hundewiesen einzurichten, der irrt”, sagt Steinheuer und betont: „Die Hundesteuer soll einfach nur Geld ins Stadtsäckel spülen. Sie ist aber nichts weiter als eine Bagatellsteuer, die in einem modernen Steuersystem keinen Platz mehr hat.” 2014 hat die Stadt knapp 284.000 Euro Hundesteuer angenommen. 2015 rund 328.000 Euro, 2016 341.000 Euro. 2020 und 2021 erwartet die Stadt 380.000 Euro Einnahmen.