Rp-Serie Unser Wasser (4): Trinkwasser auf Qualität geprüft

Rp-Serie Unser Wasser (4) : Trinkwasser auf Qualität geprüft

Damit die Güte erhalten bleibt, zieht das Wasserwerk Baumberg regelmäßig Proben und analysiert sie.

Dass Trinkwasser einen so hervorragenden Ruf genießt und als Lebensmittel Nummer 1 gilt, hängt mit den strengen und ständig durchgeführten Kontrollen zusammen. Um eine gleichbleibend hohe Qualität des aus Rohwasser der Brunnen am Rheinufer bei Baumberg und denen im Bereich Karnap gemischten Trinkwasser zu gewährleisten, lässt das von den Stadtwerken Hilden und Solingen gemeinsam betriebene Wasserwerk Baumberg wöchentlich Proben ziehen. Im Labor der Stadtwerke Solingen werden die Inhaltsstoffe analysiert.

Um die Wasserqualität machen die Stadtwerke keine Geheimnisse. Im Gegenteil. Auf der Internetseite der Stadtwerke Hilden ist die Trinkwasser-Analyse abrufbar. "Für die einzelnen Parameter sind die Durchschnittswerte aus dem Vorjahr angegeben", sagt Peter Hof, Centerleiter Netze. Er weist darauf hin, dass seit Inbetriebnahme des Wasserwerks (1978) der Nitratgehalt des Wassers deutlich gesunken ist. 2013 lag er bei 16,4 Milligramm pro Liter Wasser; die Trinkwasserverordnung setzt als Grenzwert 50 Milligramm fest. Vor gut 20 Jahren lag der Wert im Hildener Wasser noch dreimal so hoch, aber immer noch deutlich unter dem Grenzwert, der damals bei 90 Milligramm festgesetzt war.

Die positive Entwicklung geht auch zurück auf einen bewussteren Umgang der Landwirtschaft mit Düngemitteln. Die Stadtwerke Hilden gehören einem Zusammenschluss der Wasserwerke an, die mit den Landwirten kooperiert und zu einem wasserschonenden Ackerbau anleitet. So werden die Felder nach der Ernte oft mit einer Grünpflanze neu eingesät, die bis zum Frühjahr Nitrat aus dem Boden zieht und zum Wachsen verbraucht. Im Frühjahr wird die Zwischenfrucht untergearbeitet und düngt dann den Boden. Zum Ausgleich für den Mehraufwand werden die Bauern entschädigt.

Die Werte des Hildener Trinkwassers sind ausgewogen. Die einzelnen Parameter bleiben weit unter den Grenzwerten. Der Nitritgehalt liegt unter 0,01 Milligramm je Liter. Das Wasser ist auch für Babys und Kleinkinder völlig unbedenklich. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt zur Zubereitung von Babynahrung Wasser mit einem Nitratgehalt von höchsten 25 Milligramm; das Hildener Wasser enthält 16,4.

Jeden Montag werden im Wasserwerk Baumberg Proben gezogen; bei hoher Förderung auch zweimal in der Woche. Aber nicht nur am Zugang zum 178 Kilometer langen Rohrnetz geht Kontrolle über das Vertrauen in das eigene Produkt. Verteilt über das Stadtgebiet gibt es mehrere Stellen (unter anderem das Altenheim Fliederweg oder eine Firma an der Max-Vollmer-Straße), an denen wöchentlich Proben — also 52 im Jahr — genommen werden. Vorgegeben sind für ein Wasserwerk mit einer Tagesabgabe von rund 9000 Kubikmeter per Gesetz 28 Kontrollen. Dann werden Wasserhähne aufgedreht, bis die im häuslichen Netz vorhandene Menge ausgelaufen ist und Wasser aus dem Netz herausströmt. Dann wird der Auslauf mit einer Gasbrenner-Flamme keimfrei gemacht und Wasser in eine sterile Flasche fürs Labor abgefüllt. Dort werden die Proben in Petrischalen angesetzt, nach 48 Stunden steht das Ergebnis. Keime sind, auch gemäß der Trinkwasseranalyse, bisher keine gefunden worden.

Neben den regelmäßigen Untersuchungen durch die Stadtwerke Solingen gibt es noch fünf Komplettanalysen pro Jahr durch ein anderes akkreditiertes Labor. Die Daten werden auch an das Gesundheitsamt weitergegeben. "Es ist unsere Aufgabe im Netz, dass alles sauber bleibt", betont Wassermeister Bernd Müller. Wenn irgendwo Leitungen ausgetauscht werden, läuft ein aufwändiges Analyseprogramm, bis neu eingebaute Rohrstücke freigegeben werden. Zur ständigen Rohrnetzpflege gehören auch Spülungen von Rohrsträngen. Mitarbeiter setzen Standrohre auf und lassen für rund 30 Minuten Wasser laufen. Damit werden Trübungen vermieden, die ansonsten in stehendem Wasser entstehen könnten. "Wir haben genaue Spülpläne", berichtet Müller. Abweichungen von den Laborwerten deuten auf Schäden im Rohrsystem hin.

Für die Versorgungsleitungen gibt es ein Unterhaltungsprogramm. Nach dem Wirtschaftsplan investieren die Stadtwerke 800 000 Euro jährlich in ihr Rohrnetz. In Kürze etwa wird die Versorgungsleitung in der Baustraße erneuert. Für Leitungen bis zum Durchmesser von 100 Millimeter werden Polyethylen-Rohre eingesetzt. Für Hauptleitungen auch heute noch Gußeisen-Rohre, die innen mit Zementmörtel ausgekleidet und außen verzinkt und lackiert sind. Im Hildener Boden, zu 80 Prozent sandig, halten die Leitungen 50 Jahre und länger.

(RP)
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