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Hilden/Köln: Tierliebe Unternehmerin bei der Messe

Hilden/Köln : Tierliebe Unternehmerin bei der Messe

Über zehn Jahre vertreibt Rosalie Wolff mit Erfolg vegane Produkte. Seit Juni hat die Firma ihren Sitz in Hilden.

Wenn am Freitag, 24. Oktober, die Lebensmittelmesse "eat&Style" in Köln startet, werden die Themenbereiche "Vegetarisch" und "Vegan" das erste Mal dabei sein. So "betritt das Food-Festival, das sich ja dem Selbstverständnis nach einer breiten Palette kulinarischer Themen widmet, in dieser Hinsicht sozusagen Neuland", erklärt Margarete Meyer vom Veranstalter "Fleet Events".

Das Hildener Unternehmen "Veggy Friends", das sich auf vegane Lebensmittel spezialisiert hat, wird mit dabei sein. Unternehmensgründerin Rosalie Wolff ist nicht neu in der Branche. Die 35-jährige Industriekauffrau hat bereits vor zwölf Jahren den Internet-Versand "Smile Food" mit ebensolchen Produkten gegründet. "Mir war schon immer klar, dass ich mich mal selbstständig machen möchte", sagt Wolff.

Das schaffte sie - im Wohnzimmer ihrer Eltern. "Das Geld war knapp", erinnert sich die gebürtige Siegenerin. Damals gab es noch nicht viele Biomärkte. Ihre Internetseite hat sie selbst erstellt und die Hersteller abgeklappert, bis sie die Richtigen gefunden hatte. Für Produkte, für die sie auch mit ihrer eigenen Überzeugung einstehen konnte. Vegane Lebensmittel, für die kein Tier leiden musste, die aber gleichzeitig attraktiv sind und schmecken.

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"Mittlerweile läuft es gut", berichtet Wolff erfreut, deren Unternehmen vom veganen "Veggie"-Trend profitiert. "Im Allgemeinen setzt man sich mittlerweile viel bewusster mit gesunder Ernährung auseinander und achtet auch auf die Herkunft sowie die Zusammensetzung von Produkten", weiß auch Meyer.

Daher brauchte Rosalie Wolff für die im Februar gegründete Handelsmarke "Veggy Friends", die in Bioläden, Reformhäusern aber auch normalen Supermärkten zu finden ist, eine besondere Idee. "Die Plätze in den Regalen sind begrenzt, es gibt viele Konkurrenzprodukte", sagt Wolff. Das spezielle Konzept ist der "Hand-made-Faktor" - alles ist handgemacht. "Das Gemüse wird täglich frisch verarbeitet, die Sojabohnen kommen aus Norddeutschland", produziert wird in einer Manufaktur.

"Die Zusammenarbeit mit Betrieben, die unsere Überzeugung teilen, ist uns sehr wichtig", sagt Wolff. Sie selbst wurde in Folge der großen BSE-Krise zur Veganerin, als immer mehr Reportagen über Tierhaltung in die Öffentlichkeit gelangten. "Von da an habe ich mir gesagt: Nie wieder Fleisch."

Und warum sehen vegetarische und vegane Produkte oft aus wie Fleischprodukte und sollen auch so schmecken? - Weil der Verbraucher etwas sucht, das er schon kennt. "Ich habe selbst immer gerne Gyros oder Gulasch gegessen. Jetzt bin ich froh, dass ich das immer noch kann, nur eben ohne Fleisch", sagt Wolff.

Mit "Veggy Friends" und "Smile Food" zeigt sie sich oft auf einschlägigen Messen. Allein im kommenden Jahr wird es 30 solcher Termine geben. Die Veranstalter haben auf den Trend reagiert und bieten entsprechende Foren. Experten wie die bekannte deutsche Vegan-Köchin Nicole Just zeigen "wie dieser Lebens- und Ernährungsstil im Alltag umgesetzt werden kann, ohne dass der Genuss einseitig wird", erläutert Eventmanagerin Meyer.

Es ist also noch Platz nach oben für den veganen und vegetarischen Markt. Das zeigt auch der Erfolg von Rosalie Wolff und ihrem Team, bestehend aus elf Festangestellten. Und noch ist es eng im Büro am Westring, aber "bald werden wir in größere Räume umziehen", sagt die Chefin, die derzeit noch 14 Stunden pro Tag "und oft auch am Wochenende" arbeitet, mit Blick in die Zukunft.

Dann, so hofft sie, "kann ein Teil der Arbeit abgegeben werden, so dass vielleicht auch mal Zeit für eine Familie bleibt", sagt sie. Und für ihr zweites Standbein als Schauspielerin. Bisher war sie schon in diversen Fernsehserien und Kinofilmen zu sehen.

(RP)