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Hilden: Tierheim zieht Zwei- und Vierbeiner an

Hilden : Tierheim zieht Zwei- und Vierbeiner an

Das Sommerfest des Tierschutzvereins lockte am Wochenende viele Besucher auf das Gelände am Hock. Neben einem kurzweiligen Programm beeindruckte besonders die gut recherchierte Ausstellung der Jugendgruppe über Massentierhaltung.

Es hat Tradition und ist Magnet zugleich - das jährliche Sommerfest im Hildener Tierheim. Das wechselhafte Wetter störte Hunde- und Katzenliebhaber nicht die Bohne. Schon vor 11 Uhr waren viele Stände umlagert. Viele Besucher und endlich ein Hauch von Sonne: Vorsitzende Sandra Kuschewski ist zufrieden. Wie steht es um das Tierheim? Hier die wichtigsten Informationen.

Verein "Wir sind ja ein privat finanziertes Tierheim, das vom Tier- und Naturschutzverein Hilden betrieben wird", erklärt Kuschewski. Dafür, dass wir die Fundtiere unserer Vertragsstädte Hilden, Mettmann, Monheim, Erkrath und Langenfeld aufnehmen, werden wir unterstützt." Die Kommunen sparen sich so eigene Tierasyle.

Finanzen "Wir müssen schließlich jedes Jahr einen Etat von 400 000 Euro stemmen", erläutert Kuschewski. Ein Teil kommt von den Städten (Hilden zahlt beispielsweise 34 000 Euro Zuschuss im Jahr), ein Teil von Spenden und Mitgliedschaften. Ein weiterer Teil wird durch Aktivitäten wie das Sommerfest aufgebracht, erzählt die Vorsitzende. Damit komme der Tier- und Naturschutzverein Hilden über die Runden: "Sonderausgaben sind nicht drin."

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Baumaßnahmen Das Katzenhaus entspricht nicht mehr den Richtlinien und wird durch einen Anbau erweitert. Dieser ist halb fertig. "Der Bagger ist auf unsere marode Gasleitung gestoßen. Das kostet etwa 8000 Euro." Die Stadt Hilden unterstützt das Katzenhaus-Projekt mit 10 000 Euro. In den vergangenen Jahren hat sich die Kommune mit rund 475 000 Euro an der Sanierung des Tierheims beteiligt.

Helfer Lichtblicke sind für Kuschweski immer wieder die vielen fröhlichen Helfer, die sich passiv oder aktiv engagieren. Wie die 30 Ehrenamtlichen. Jeder verfügt über einen Sachkundenachweis, auch die junge Nadine Wittwer. Gerade kommt sie vom Gassigehen mit dem Staffordshire-Mix Ebby. Und das macht sie dreimal die Woche.

Tiere "Zurzeit haben wir 20 Hunde und nur 40 Katzen wegen des Katzen-Neubaus, also etwas Kapazität, falls es ausgesetzte Urlaubstiere geben sollte", berichtet Kuschewski und weist daraufhin, dass man ganzjährlich sein Tier in die Ferienpension des Tierheims geben könne.

Jugendarbeit Für junge Menschen bietet der Tierschutzverein viel an. Dazu gehören Jugendwerkstatt, Arbeitsstunden für auffällige Jugendliche und die Jugendgruppe des Tierheims. Und die zeigt hinten auf dem Gelände ihre sehr gut recherchierte Ausstellung "Born to die — Massentierhaltung im 21. Jahrhundert". In verschiedenen Verschlägen einer Baracke erwartet den Besucher eine so faszinierende wie erschreckende Dokumentation über das Leiden der Nutztiere. Fühlen, Riechen, Anfassen, Hören — die Sinne werden strapaziert. Man verfolgt das Leben und Sterben von Hühnern, Schweinen, Kühen und auch Pelztieren, die auf engstem Raum, ohne Tageslicht, bei einer Kakophonie von Geräuschen eingesperrt sind.

Problem Es komme immer wieder vor, dass Halter ihre eigenen Haustiere als angebliche Fundtiere im Hildener Tierheim abgeben, berichtet die Vorsitzende. Ihre Bitte: Einfach die Wahrheit sagen. "Wir wissen sonst nichts über das Tier. Es findet so viel schwerer ein neues Zuhause."

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(nea)