Hilden: Tempo auf Ost- und Westring verwirrt

Hilden: Tempo auf Ost- und Westring verwirrt

Zwischen Elb und Schalbruch: Richtung Schalbruch 50, Richtung Elb 70. Auf dem Ostring geht es hoch und runter.

In der Regel gilt auf einem Straßenabschnitt nur eine Geschwindigkeit - für beide Fahrtrichtungen. Auf dem Westring (B 282) zwischen Elb und Schalbruch ist das anders, ist Heidrun Möller aufgefallen: "Zwischen Elb und Schalbruch gilt Tempo 50, in Gegenrichtung 70." Alexander Smeets, Sachgebietsleiter Straßenbau bei der Stadt Hilden, hat sich die Sache angeschaut. "Das ist so", hat er festgestellt. Und: "Ich finde das richtig."

Auf dem Westring Richtung Elb stehe kurz hinter der Einmündung Schalbruch ein Ortsausgangsschild. Deshalb sei Tempo 50 aufgehoben: "Die Straße lässt 70 km/h zu. Die Bedarfsampel an der Einmündung Elb ist gut zu erkennen." Bedarfsampel heißt: Die Anlage ist auf Dauergrün geschaltet. Nur wenn Fußgänger oder Radfahrer den Westring überqueren wollen, springt die Ampel bei Anforderung auf Rot. Bis zur Kreuzung Gerresheimer Straße sind Tempo 70 möglich. Das sei für eine Umgehungsstraße auch sinnvoll. In der Gegenrichtung stehe vor der Einmündung Elb in der Tat ein Tempo 50-Zeichen. "Das ist ein Geschwindigkeitstrichter, der auf das Ortseingangsschild mit Tempo 50 vorbereitet", erklärt Smeets. Verkehrsteilnehmer sollten das Tempolimit beachten. Denn die Polizei kontrolliert dort häufiger die Geschwindigkeit. Die Beamten stehen mit der Laser-Pistole auf dem Mittelstreifen und sind von weitem kaum zu erkennen.

Unterschiedliche Tempo-Vorschriften habe es bis vor kurzem auch auf der Düsseldorfer-/Hildener Straße zwischen Hilden und Benrath (B 228) gegeben, berichtet Smeets. Dort gibt es einen kombinierten Fuß- und Radweg für beide Fahrtrichtungen nur auf einer Straßenseite. Nach mehr als zwölf Jahren Diskussion zwischen Düsseldorf und Hilden wurde jetzt ein Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn Richtung Hilden abmarkiert. "Dafür haben wir einen Vertrag mit Düsseldorf und Straßen NRW abgeschlossen", berichtet Smeets. "Mit Einrichtung des Schutzstreifens wurde die Geschwindigkeit auf der Hildener-/Düsseldorfer Straße in Richtung Hilden von 70 auf 50 km/h reduziert. In Gegenrichtung war Tempo 70 erlaubt - weil es einen separaten Fuß-/Radweg gab. "Dort haben wir jetzt aber auch auf Tempo 50 reduziert", erläutert Smeets, "um ein einheitliches Geschwindigkeitsniveau herzustellen."

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Davon kann auf dem viel Befahrenen Ostring keine Rede sein. Als Ortsumgehung sind dort eigentlich 100 km/h erlaubt, die vor der Einfahrt Hilden/Haan auf 70 gedrosselt werden müssen, auf Höhe der Einfahrt selbst gilt 50 inklusive Blitzkiste - danach kann wieder 70 gefahren werden, bevor die letzte Abfahrt in einer unübersichtlichen Kurve kommt. Für Ortsunkundige, die regelmäßig von Hildens einzigem Starenkasten erfasst werden, kaum zu verstehen. Jedoch kommt die Regelung aus dem Jahr 1998, nachdem es an der Einmündung schwere und auch tödliche Unfälle gegeben hatte. "Zurzeit gibt es dort keine registrierten Geschwindigkeits-Unfälle mehr", bestätigt Polizeisprecher Ulrich Löhe: "Wir haben nur noch Auffahrunfälle an den Auf- und Abfahrten. Ohne Blitzer würden wir bald wieder die alten Zustände haben. Deshalb sollte aus Sicht der Polizei der Blitzer nicht entfernt werden." (siehe Info). Ähnlich sieht es die Kreisverwaltung: Sprecherin Daniela Hitzemann kann sich keine Alternative zu dem Auf und Ab auf der strecke vorstellen.

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(RP)