Haan: Technik hilft Behinderten im Alltag

Haan : Technik hilft Behinderten im Alltag

Besucher wie Aussteller loben die zweite Hilfsmittelausstellung. Doch kamen weniger Besucher als im letzten Jahr. Künftig soll die Schau nur noch alle zwei Jahre stattfinden.

Besucher wie Aussteller loben die zweite Hilfsmittelausstellung. Doch kamen weniger Besucher als im letzten Jahr. Künftig soll die Schau nur noch alle zwei Jahre stattfinden.

Nicht nur die Besucher der zweiten "Hilfsmittelausstellung für Menschen mit Sehschädigung" (Hi-mi-A) waren von der gestrigen Veranstaltung angetan. Auch die ausstellenden Firmen, sowie Hilfsangebote, beispielsweise von der Kreispolizei, begrüßten das Engagement der "Interessengemeinschaft blinder und sehbehinderter Menschen in Haan" unter der Leitung von Organisatorin Gabi Bongard. So positiv wie im Vorjahr fiel die Bilanz aber nicht aus.

"Es waren in diesem Jahr weniger Besucher da. Wir konnten aber vielen Leuten direkt helfen, dadurch war es effektiver", bilanziert Bongard die Ausstellung. Es sei wichtig, Menschen mit Sehbehinderung auf mögliche Hilfestellungen aufmerksam zu machen und "die Gesellschaft zu sensibilisieren. Einem Sehgeschädigten sieht man seine Behinderung nicht unbedingt an", sagt Bongard, die seit dem 9. Juli auch ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt Haan ist.

Die Hilfsmittelfirmen zeigten in den Räumen des Forums an der Breidenhofer Straße 1, eine breite Palette an Angeboten zum Thema Sehhilfen. Besonders gefragt waren Gegenstände des täglichen Bedarfs, die mit besonderer Technik den Tagesablauf einfacher gestalten. Uhren, Küchenwaagen oder ein Farberkennungsgerät, teilen dem Besitzer die entsprechenden Informationen über ihre Sprachausgabe mit. Ein Fussball, der bei Bewegung laut rasselt oder eine in der Luft pfeifende Frisbee helfen, auch bei abnehmender Sehstärke weiterhin Freizeitaktivitäten wahrzunehmen.

"Solche Veranstaltungen sind ganz wichtig um die Leute zu informieren", sagt Stephan Gawin vom Hilfsmittelhersteller "Reinecker" aus Köln und klärt auf: "Ab 30 Prozent Restsehleistung auf dem besseren Auge, sind die Krankenkassen zur Unterstützung verpflichtet." Zunächst durch rein optische Werkzeuge wie Lupen. Ab 16 Prozent Restsehleistung habe der Patient ein Anrecht auf elektronische Lesegeräte, die verschiedene Vergrößerungen und Farbeinstellungen je nach Art der Sehschädigung bieten. Ab fünf Prozent gebe es dann ein Anrecht auf Vorlesegeräte.

Der "Remscheider Blinden - und Sehbehindertenverein" war mit einer ganzen Gruppe vor Ort. Die Mitglieder Brigitte Orlowski und Ernst Obrigkat informierten sich zum Beispiel am Stand des in Gruiten ansässigen Optikers "Augenweide". Inhaberin Friederike Zimmer hat sich auf vergrößernde Sehhilfen spezialisiert und bietet in ihrem Geschäft in der Bahnstraße 1a alles von kleinen Lupen bis zu großen Lesegeräten an. "Viele suchen auf der Hilfsmittelausstellung das Gespräch. Da merkt man, dass Wissenslücken über die richtige Technik bestehen und kann diese schließen", beschreibt Zimmer den großen Vorteil der Ausstellung.

Besucher Obrigkant rät Sehbehinderten, Kontakt zu einem entsprechenden Verein aufzunehmen. "Man erfährt eher wann und wo solche Ausstellungen sind und kann sich gegenseitig helfen. Das erhöht die Selbstständigkeit", erklärt der 88-jährige. Kriminalhauptkommissar Rainer Herbrand von der Kreispolizei klärte die Ausstellungsbesucher über die Gefahren durch Trickbetrug auf. "Besonders ältere aber auch sehbehinderte Menschen sind potenzielle Opfer von Straftaten", sagt Herbrand. Generell solle man niemals einen Fremden in die eigenen vier Wände lassen, so der Hauptkommissar.

Weitere Informationen zur "IG blinder und sehbehinderter Menschen in Haan" unter 02129-344699 und gabi-bongard@t-online.de.

(RP)