1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Hilden: Tanzen auf dem Warringtonplatz

Hilden : Tanzen auf dem Warringtonplatz

Reichlich Musik-Fans zog es bei trockenem, aber nicht allzu sommerlichem Wetter zum Warrington-Platz, wo die Gruppen Mickey's Monkey Party sowie Carmen Brown & The Elements mit begeistertem Applaus bedachte Konzerte gaben.

Reichlich Musik-Fans zog es bei trockenem, aber nicht allzu sommerlichem Wetter zum Warrington-Platz, wo die Gruppen Mickey's Monkey Party sowie Carmen Brown & The Elements mit begeistertem Applaus bedachte Konzerte gaben.

Aber auch Passanten, die zunächst zum Shoppen gekommen waren, ließen sich offenbar gern mit jazzigen Sounds von ihrem eigentlichen Vorhaben abhalten. Den Anfang macht Mickey's Monkey Party. Wenn an den Klassiker der amerikanischen Funk-Band "Mother's Finest" "Mickey's Monkey" noch zusätzlich die Party angehängt wird, sind große Erwartungen hinsichtlich der musikalischen Energie des Quartetts programmiert.

Die Erwartungen werden rundum erfüllt, denn der Energiekern heißt Mickey Neher, und wie kaum ein anderer singender Schlagzeuger versteht er es, Rhythmus und Gesang zu einer Einheit zusammenzuschweißen. Vervollständigt wird das Quartett von Carlos Boes (Saxofon), Kai Struwe (Bass) und Tastenmann Martin Scholz, dessen Sakko Helge Schneider Referenz erweist. M

it schwermütigen Orgelsounds huldigt er dem bluesorientierten Jazz und mit ostinaten E-Piano-Akkorden untermauert er die treibende Funk-Rhythmik. Mit der Partystimmung hat es zwar nicht 100-prozentig geklappt, aber beifällig nickende Köpfe und rhythmisch wippende Füße gab es reichlich.

"Ich gehe regelmäßig zu Jazz-Festivals wie die Jazzrally in Düsseldorf oder die Jazztage hier in Hilden, wo man viele Gelegenheiten hat, bislang unbekannte Gruppen zu entdecken, und wenn mir dann eine wie Mickey's gefällt, dann kaufe ich auch eine CD", sagt der 54-jährige Mettmanner Thomas Kurzal. "Ich finde diese Funk-Rhythmen wunderbar schräg", sagt Lukas Volk. Der 22-jährige Hildener hat auch keine Erklärung dafür, warum sich nicht mehr jüngere Zuhörer eingefunden haben.

"Ich möchte mit euch sprechen, aber es tut mir leid, ich bin ein bisshen schwerhörig, also kommt doch näher", sagt Carmen Brown, die mit einem gewiss nicht neuen, aber offenbar immer noch erfolgreichen Trick das Publikum unmittelbar vor die Bühne holt.

Die kaum 1,50 Meter große Sängerin, die als Kind einer mosambikischen Familie in Lissabon aufwuchs und heute in Düsseldorf lebt, entwickelt dafür eine faszinierende Bühnenpräsenz. Mit ihrer naturrauen Stimme, den ihr zuspielenden sechs Elementen sowie dem Stilmix aus Blues, Jazz, Soul, Funk und Afro ihrer Debüt-CD "It's All For You" schafft sie es, dass ein paar Mutige sich trauen zu tanzen, während einige Nachbarn die Konzertszenerie wie Waldorf und Statler aus der Muppetshow — von ihrem Balkon aus verfolgen.

(RP)