Haan: Tagesmütter fordern von Stadt finanziellen Ausgleich

Haan : Tagesmütter fordern von Stadt finanziellen Ausgleich

Die monatlichen Vergütungen werden fehlerhaft berechnet. Andere Kommunen haben Fehler korrigiert.

Die Interessengemeinschaft Kindertagespflege Haan hat die Stadt aufgefordert, das Abrechnungsverfahren zu überarbeiten. Denn seit Jahren müssen die in der Tagespflege Tätigen einen finanziellen Nachteil hinnehmen, der in anderen Städten inzwischen längst korrigiert ist. Renate Tappen und Beate Büse haben sich kurz vor der Jahreswende schriftlich an Ratsgremien, die Stadtrats-Fraktionen und das Jugendamt gewandt.

Nach einem Ratsbeschluss vom Juni 2009 erhalten die Tagespflegepersonen für den Sachaufwand und zur Anerkennung der Förderleistung eine Vergütung von 4,50 Euro pro Kind und Stunde. Dieses Geld wird, je nach Betreuungsstunden pro Woche in Form monatlicher Pauschalen ausgezahlt. Die allerdings werden nicht nach den durchschnittlichen Arbeitsstunden berechnet, sondern lediglich nach dem Wert von vier Wochen.

In dem Schreiben machen Renate Tappen und Beate Büse die Dimension dieses Fehlers deutlich: Wird ein Kind 35 Stunden pro Woche betreut, ergibt sich daraus nach der heutigen Haaner Regelung ein Betrag von 630 Euro. Richtig wäre der Faktor 4,33 statt bisher 4 Wochen, woraus sich ein monatlicher Betrag von 681,98 Euro ergäbe. Hochgerechnet aufs Jahr ergibt sich damit ein Nachteil von fast 624 Euro je betreutem Kind. "Daher bitten wir Haaner Tagespflegepersonen darum, das Abrechnungsverfahren zu überarbeiten, um den finanziellen Nachteil, der uns beim gültigen pauschalen Abrechnungsmodus entsteht, auszugleichen", heißt es in dem Brief. Die Haaner Interessengemeinschaft hält "diese Benachteiligung für nicht gerechtfertigt" und bittet um die

Andere Städte im Kreis Mettmann — zum Beispiel Hilden, Erkrath und Mettmann — haben das fehlerhafte Abrechnungsverfahren erkannt, inzwischen korrigiert und Nachzahlungen veranlasst.

(RP/rl)
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