Hilden/Haan: Straßenschäden – alle Jahre wieder

Hilden/Haan : Straßenschäden – alle Jahre wieder

In Hilden und Haan rumpelt es auch in diesem Jahr an vielen Stellen gewaltig. Der ADAC kritisiert die „Flickschusterei“ der Städte.

Wenn sich der Winter dem Ende neigt, beginnt für die Straßenämter der Städte und Gemeinden die Zeit der Reparaturen. Denn für gewöhnlich halten nicht alle Straßenbeläge frostigen Temperaturen stand, es bilden sich Frostschäden, die sich meist als Schlaglöcher zeigen.

„Wir haben auf einigen Straßen kleine Frostaufbrüche“, weiß Harald Mittmann, Amtsleiter des Tiefbau- und Grünflächenamts der Stadt Hilden – als Beispiele nennt er den Ohligser Weg, die Bahnhofsallee, die Graben- und auch die Lindenstraße. In allen Fällen sei bereits der Bauhof beauftragt, die Schlaglöcher zu verfüllen. Wann genau dies passiert ließe sich nicht genau sagen, da die Reparaturen in den normalen Arbeitsplan eingefügt würden. Die Schäden seien sichtbar, „Geschwindigkeitsbegrenzungen sind aber nicht notwendig“, sagt Mittmann.

Dass diese mancherorts nötig sein können, geht aus einem aktuellen Bericht des ADAC Nordrhein hervor, in dem dieser Auto-, Motorrad- und Radfahrer vor gefährlichen Situationen durch Schlaglöcher warnt. Es wird weiter geraten, besonders aufmerksam zu fahren und die Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen anzupassen. In Haan werden Autofahrer derzeit auf der Ellscheider Straße auf 30 km/h abgebremst. Die Schäden an der Kreisstraße (K20) sind allerdings keine Frostschäden, wie Daniela Hitzemann vom Kreis Mettmann erklärt, es handele sich um eine Spurrillenverwerfung, die aufgrund des LKW-Verkehrs aufgetreten sein könnte. „Hierum kümmern wir uns in der letzten Märzwoche“, weiß Hitzemann. Dann müsse die Fahrbahn an der beschädigten Stelle auf etwa zehn Metern aufgestemmt werden. „Es wird eine kleine Baustelle mit Ampelanlage geben“, sagt Hitzemann. Nach drei Tagen soll die Reparatur der Fahrbahn fertiggestellt sein.  

Hier ist also bald alles wieder gut, allgemein sieht der ADAC den Zustand der Straßen in NRW aber kritisch. „Einzelne Fahrbahnabschnitte sind mit so vielen Schlaglöchern übersät, dass ein Ausweichen teilweise gar nicht mehr möglich ist“, kritisiert Roman Suthold, Leiter Verkehr und Umwelt des ADAC Nordrhein. Beim Auto kommt es meistens zu Sachschäden an Reifen und Radaufhängung. „Zweiradfahrer können hingegen schwer verunglücken, wenn sie ein Schlagloch übersehen“, weiß Suthold.

Aus Sicht des Verkehrsexperten fehlt ein nachhaltiges Konzept. „Die schlampige Flickschusterei fällt den Städten und Gemeinden jedes Jahr wieder auf die Füße. Ohne ordentliches Erhaltungsmanagement wird sich die Qualität der Straßen nicht verbessern.“ „Ein bloßes Auffüllen der Schlaglöcher hilft auch nur kurzfristig. Wenn man den Abschnitt richtig saniert, fallen natürlich höhere Kosten an. Dadurch kann aber in Zukunft erheblich gespart werden“, erklärt Suthold. Dem stimmt Mittmann zu, hält aber dagegen, dass ein einzelnes Schlagloch kein Grund sei, einen ganzen Straßenabschnitt zu sanieren. Aber es sei „angezeigt, in einem sinnvollen Turnus Straßen abzufräsen und einen neuen Belag aufzutragen“, was in Hilden auch getan werde, erklärt Mittmann. 15 bis 25 Jahre halte eine Straßendecke durch, bis sie durch Benutzung Risse bekomme, durch die dann wiederum Wasser eindringen, das bei Frost die genannten Schäden verursachen könne. Der Winter in diesem Jahr, so sieht es auch der Straßenexperte, „war kurz und auch nicht heftig“ aber eben auch „noch nicht vorbei“. Ob noch weitere Schäden durch Frost auftreten werden, könne man jetzt noch nicht sagen.

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