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Hilden: Stillstand beim Heuss-Areal dauert an

Hilden : Stillstand beim Heuss-Areal dauert an

Auf Antrag der CDU wurde ein Beschluss auf den Herbst vertagt. Dann soll die Volkshochschule sagen, wo sie hin will.

Ende Juni 2016 wurde die Theodor-Heuss-Schule, Hildens letzte Hauptschule, geschlossen. Bereits seit zwei Jahren wird über die künftige Nutzung des Areals diskutiert. Nur passiert ist bislang wenig bis nichts. Im Stadtentwicklungsausschuss versuchte die SPD erneut einen Vorstoß, bekam dafür aber keine Mehrheit. Auf Antrag der CDU wurde ein Beschluss auf September/Oktober vertagt. Die RP erklärt die komplizierte Gemengelage.

Was will die CDU? Die Volkshochschule Hilden-Haan nutzt neun Klassen sowie die Verwaltung der Heuss-Schule (Furtwänglerstraße 2). Das Ganze ist ein Provisorium, für ein bis zwei Jahre gedacht. "Dieses Angebot kann an anderen Standorten nicht umgesetzt werden", meint der kommissarische VHS-Leiter Heiner Fragemann. Seit zwei Jahren sei die VHS ein Raumkonzept "mehr oder weniger" schuldig geblieben, räumt Claudia Schlottmann (CDU) ein. Inzwischen wurde Martin Kurth zum neuen VHS-Leiter gewählt. Er wird voraussichtlich im August sein Amt antreten. "Die VHS soll bis September/Oktober sagen, wo sie hin will", sagt Schlottmann: "Wenn wir jetzt schon über das Gelände beschließen, fährt die hervorragende VHS vor die Wand, befürchten wir." Auch die Grünen wollen, dass das von der Volkshochschule genutzte Areal erst vermarktet wird, wenn eine Alternative für die VHS in Hilden gefunden ist.

Was sagt die SPD? Das Schulgrundstück gehört der Stadt. Es könnte mit bis zu 95 Wohnungen bebaut werden. Die VHS müsste allerdings dort weg. Die SPD ist den Stillstand leid, sagt Kevin Buchner: "Wenn wir beschließen, hat die VHS noch mindestens zwei Jahre Zeit, eine gute Lösung zu finden." Für diese Position gibt es aber keine Mehrheit im Stadtrat.

Was wollen der Senioren- und der Behindertenbeirat? Sie fordern, dort ausnahmslos Mietwohnungen zu errichten. 30 Prozent sollen öffentlich gefördert sein. Über diesen Antrag ist politisch noch nicht entschieden worden. Auch die Grünen fordern, dass mindestens 30 Prozent öffentlich geförderte Wohnung entstehen.

Was sagt Bürgermeisterin Birgit Alkenings? Sie lehnt diese Forderungen (nur Mietwohnungen, 30 Prozent Sozialwohnungen) ab, weil das die Stadt viel Geld kosten würde und Hilden sich dies aktuell nicht leisten könne. Nur Mietwohnungen zu bauen, würde den Kreis möglicher Investoren erheblich einschränken. Die Kommune würde für ihr Grundstück weniger Geld bekommen. Die notwendigen Stellplätze müssen in einer Tiefgarage untergebracht werden. Dafür gibt es aber keine öffentliche Förderung, wie für Wohnungen. Bei 30 Prozent Sozialwohnungen (gleich etwa 30 Wohnungen) würde sich der erwartete Kaufpreis für die Stadt um rund 700.000 Euro auf 1,3 bis 1,8 Millionen Euro verringern, schätzt die Bürgermeisterin. Der Anlagebuchwert, den die Stadt abschreiben müsste, beträgt aber gut zwei Millionen Euro. Mithin ein schlechtes Verlustgeschäft für die klamme Stadt. Die Verwaltung hat ein Konzept gemacht. Danach könnten auf dem rund 7100 Quadratmeter großen Areal rund 95 Eigentumswohnungen mit durchschnittlich 80 Quadratmeter Größe gebaut werden. Die Stadt könnte bei einem Bieterwettbewerb einen Kaufpreis zwischen zwei und 2,5 Millionen Euro erzielen - und würde damit zumindest keinen Verlust beziehungsweise einen kleinen Gewinn machen. Aber auch nur dann, wenn keine öffentlich geförderten Wohnungen vorgesehen sind.

(RP)