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Städte und Rektoren bereiten Neustart der Schulen vor

Hilden : Städte und Rektoren bereiten Neustart der Schulen vor

Mitarbeiter der Hildener Stadtverwaltung und Rektoren sind am Mittwoch durch alle städtischen Schulen gegangen und haben gemeinsam überlegt, wie dort die Hygiene-Regeln in Corona-Zeiten eingehalten werden können.

Hintergrund: Landesschulministerin Yvonne Gebauer will schon möglicherweise ab Montag schrittweise den Schulbetrieb wieder aufnehmen. „Die Bezirksregierung Düsseldorf hat die Schulleitungen aller Schulen/Schulformen und die Schulträger gebeten, gemeinsam und einvernehmlich sich dem Thema Hygiene an und in Schulgebäuden zu widmen“, erläutert Hildens Schuldezernent Sönke Eichner. „Grundsätzlich werden wir dort die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts anwenden und den Schwerpunkt auf die Handhygiene und den Mindestabstand setzen. Die Kitas sind von diesem aktuellen Verfahren (noch) ausgeschlossen. Nach jetzigem Sachstand können die Empfehlungen des RKI in den Schulen eingehalten werden.“

„Die Voraussetzungen dafür sind ganz gut“, sagt Sabine Klein-Mach, Leiterin der Marie-Colinet-Sekundarschule: „Wir haben Waschbecken, Seife und Einmalhandtücher in den Klassenräumen.“ Bislang würden sie alle 2,5 Tage gereinigt. Das reiche natürlich nicht aus. Deshalb werde überlegt, nicht alle Klassenräume, sondern nur einige zu nutzen. Die könnten dann täglich gereinigt werden.

Um die Abstandsregeln einzuhalten, könnten maximal zwölf Kinder gleichzeitig unterrichtet werden. Dafür müssten die Schüler in zwei oder sogar drei Gruppen eingeteilt werden. Beim Wechsel der Gruppen könnten Lehrer die Oberflächen desinfizieren. Die Reinigungsmittel würde die Stadt zur Verfügung stellen. Pausen auf dem Schulhof seien problematisch, findet Sabine Klein-Mach: „Die Kinder können auch in der Klasse Pause machen – mit Abstand versteht sich. Ich hätte gern auf jeden Fall Mund- und Nasenmasken für die Kinder.“

In Haan war Bürgermeisterin Bettina Warnecke ebenfalls mit Schulleitern und Mitarbeitern der städtischen Reinigungsfirma in drei Grundschulen und dem Schulzentrum Walder Straße unterwegs. Ergebnis: „Wir sind gut aufgestellt und könnten am Montag starten.“

Dass dies tatsächlich der Fall sein wird, davon ist man in Haan allerdings noch keineswegs überzeugt. Allerdings die Voraussetzungen geschaffen zu haben, erfüllt die Stadtspitze durchaus mit Stolz.

Am Donnerstag will die Bezirksregierung in einer Mail an die Schulleitungen Einzelheiten mitteilen, wie der Neustart der Schulen im Detail von statten gehen soll. Erst dann können die Schulleitungen und die Stadt als Schulträger genauer planen. Die Stimmung in ihrem Kollegium sei gut, sagt die Leiterin der städtischen Sekundarschule Hilden. „Die Kollegen möchten jetzt nach fünf Wochen Zwangspause wieder anfangen. Uns fehlen die Kinder.“

Die Marie-Colinet-Schule hatte sich auf die Schulschließung gut vorbereitet. Die Klassenlehrer haben ihre Schüler die ganze Zeit über online betreut und mit Hausaufgaben versorgt. „Das hat gut geklappt“, berichtet Klein-Mach. Sie unterrichtet eine zehnte Klasse in Deutsch: „Die Schüler haben mir ihre Hausaufgaben per Mail geschickt oder mit dem Smartphone abfotografiert. Ich habe sie korrigiert. Das hat gut funktioniert.“

„Ich persönlich empfinde die Lage grundsätzlich als sehr herausfordernd, aber gemeinschaftlich leistbar“, sagt Schuldezernent Sönke Eichner: „Ich habe großes Verständnis für den Wunsch nach Normalität. Gebe aber zu bedenken, dass nicht alles langsam besser wird, sondern dass wir eine Verschlechterung hinauszögern, um verschiedene Systeme zu entlasten. Alle weiteren Schritte, auch mögliche Schulöffnungen, müssen gut abgewogen und vorbereitet sein.“