Stadtpark-Umbau in Hilden wird viel teurer als gedacht

Hilden : Stadtpark-Umbau viel teurer als gedacht

Der Umweltausschuss hat zähneknirschend zur Kenntnis genommen, dass die Wiederbelebung mindestens 600.000 Euro mehr kostet.

Was lange währt, wird immer teurer. Eine Erfahrung, die jetzt auch die Hildener Lokalpolitiker machen müssen. Der Umweltausschuss erfuhr in seiner letzten Sitzung, dass die Verschönerung von Stadtpark und Fritz-Gressard-Platz nicht für knapp 1,5 Millionen Euro zu haben ist, sondern aktuell mindestens 2,1 Millionen Euro kostet. Grund für die Kostensteigerung ist die Zeitverzögerung, die zwischen Planung und Realisierung liegt.

Auch der Spielplatz an der Hofstraße hat neue Spielgeräte bekommen und sieht jetzt ganz anders aus. Foto: Christoph Schmidt

Im Juli 2013 hatte der Rat ein „integriertes Handlungskonzept“ für die Innenstadt beschlossen. Mehr als zwei Jahre haben zahlreiche Bürger, drei Fachbüros, der Rat und die Verwaltung Ideen gesammelt, diskutiert und verworfen, wie der Stadtpark wiederbelebt werden könnte. Ergebnis: Er soll attraktiver, aber nicht völlig umgekrempelt werden. Dann ging der Stadt das Geld aus, das Projekt stand auf der Kippe. Anfang Dezember 2017 gab es dann ein Happy End: Land und Bund fördern die Wiederbelebung des Stadtparks und des Fritz-Gressard-Platzes mit 735.000 Euro. Die andere Hälfte muss Hilden aufbringen.

Die Verwaltung listet auf, warum die Arbeiten nicht gleich in Angriff genommen wurden: Es gab „massive Vernässungsprobleme“ in der Tiefgarage der Stadthalle, die als erstes behoben werden mussten. Als dann ausgeschrieben wurde, kam die Ernüchterung: Sieben Jahre nach Beginn der Planungen sind die Baukosten massiv gestiegen. „Schon die erste Ausschreibung zeigte, dass die 2013 geschätzten Kosten nicht zu halten sind“, erzählt Ulrich Hanke, Leiter des städtischen Bauhofes, zum dem auch das Grünflächenamt gehört. In der Vorlage heißt es, dass das Projekt „durch äußere Einflüsse in eine Baukonjunkturphase mit erheblichen Preissteigerungen verschoben worden ist. (...) Die aktuelle Kalkulation hat Mehrkosten von 588.000 Euro ergeben. Eine Deckung kann im Haushalt 2019 über Einsparungen und Verschiebungen im Budget des Tiefbau- und Grünflächenamtes erfolgen.“

Die CDU im Ausschuss wollte daraufhin wissen, ob man nicht auch Fördergelder auf die Mehrkosten beantragen könne. Die Verwaltung will das tun, kann aber keinen Erfolg garantieren. Ludger Reffgen von der Bürgeraktion kommentierte den Umstand so. „Das ist das Vogel-friss-oder-stirb-Prinzip. Wenn wir das Projekt jetzt stoppen, muss das Fördergeld zurückgezahlt werden.“ Außerdem wollten er und andere Ausschussmitglieder wissen, ob die vorgeschlagenen Einsparungen, unter anderem bei Verkehrsflächen, Brücken und Straßenbeleuchtung „sensible Bereiche träfen, die uns hinterher um die Ohren fliegen“. Bauhofleiter Ulrich Hanke verneinte das. Im Endeffekt sprachen sich die Ausschussmitglieder mehrheitlich dafür aus, das Projekt durchzuziehen. Die AfD lehnte ab, weil ihr die Verschönerungen zu teuer werden. „Wir halten den Zeitplan ein“, verspricht Sascha Erhard, Bauleiter der beauftragten Firma Ringbeck: „Ende des Monats sind wir fertig, vielleicht sogar schon etwas früher.“

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