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Hilden: Stadthallen-Abriss ist kein Tabu

Hilden : Stadthallen-Abriss ist kein Tabu

Betreiber-Vertrag läuft 2019 aus. FDP stellt erste Gedanken für Zeit danach an.

Ein hohes sechsstelliges Defizit fährt die Stadthalle Hilden in jedem Jahr ein. Das belastet zwar nicht den Hildener Haushalt, sondern die Holding. Dennoch macht sich die FDP-Fraktion Gedanken. Yannick Hoppe stellte im Haupt- und Finanzausschuss den Antrag, den 2019 mit dem Stadthallen-Betreiber auslaufenden Kontrakt nicht mehr zu verlängern. Die Verwaltung sollte einen Verkauf an einen privaten Dritten prüfen und parallel einen Ideenwettbewerb für eine mögliche Wohnbebauung des Grundstücks Fritz-Gressard-Platz 1 initiieren. Das dann abzureißende Gebäude steht mit einem Restwert von 1,9 Millionen Euro in den Büchern. Dazu wird es nicht kommen. Denn Hoppe war der einzige der 18 Stimmberechtigten, der bei "Ja" den Finger hob.

Anabela Barata (SPD) erklärte, sie könne sich nicht vorstellen, dass die Hildener Jazztage mangels Stadthalle künftig vielleicht in Langenfeld stattfinden müssten und auch eine Unicef-Gala nicht mehr in Hilden stattfinden könnte.

Friedhelm Burchartz (Allianz) erklärte, jede Beratung über den FDP-Antrag gehöre zunächst in die Holding. Die tagt im Übrigen am kommenden Montag. In dieser Runde, so wusste Klaus-Dieter Bartel (Grüne), wolle Bürgermeisterin Birgit Alkenings auch Alternativen für den Stadthallen-Betrieb vorstellen. In den 1970er Jahren sei er, Bartel, gegen den Stadthallenbau gewesen, der architektonisch indes nicht so schlecht wäre, dass man ihn abreißen müsse.

Ludger Reffgen (Bürgeraktion) erinnerte daran, dass die Stadthalle früher einmal als "der große Wurf" angesehen wurde. Der bis 2019 laufende Betriebsvertrag solle "so nicht fortgesetzt werden". Aber: Die Angelegenheit wolle gut überlegt sein. Mit der Frage Stadthallen-Zukunft solle sich der Stadtrat in Gänze beschäftigen.

(-dts)