1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden
  4. Stadtgespräch

Hilden: Katholische Frauengemeinschaft St. Konrad löst sich auf

Katholische Gemeinde in Hilden : Frauengemeinschaft St. Konrad löst sich auf

Nach 33 Jahren hat die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) St. Konrad eine schwere Entscheidung getroffen: Aus Altersgründen findet sich kein neuer Vorstand. Es bleibt nur die Auflösung. Dennoch engagieren sich viele der Seniorinnen weiter in der Gemeinde.

Bereits Anfang Oktober haben die Mitglieder der kfd St. Konrad nach einer Dankandacht im Rosenkranzmonat ihre Entscheidung getroffen. Ein Abschlussausflug nach Neuss hat dies besiegelt. Dort schauten sich 19 von 49 Mitgliedern das Münster sowie die Mack-Kapelle Marianum an. Viele der übrigen Mitglieder sind krank oder altersschwach. Daher sei der Entschluss richtig.

Zwar ist bei Hannelore Lappe, die zuletzt Vorsitzende in der kfd St Konrad war, und ihren Mitstreiterinnen Susanne Schrumpf, Monika Buchmüller und Agnes Banner etwas Wehmut zu spüren, doch ein wirkliches Ende ist es nicht.  „Viele Frauen wollen Einzelmitglieder der kfd im Diözesanverband Köln bleiben, die kfd wird also nicht aus St. Konrad verschwinden“, erklärt Lappe. Viele Aktionen wie das Café oder der Seniorensingkreis werden auch fortgeführt. „Doch alles, was wir initiiert haben, weiterzuführen, ist einfach zu viel und zu aufwendig“, berichtet Susanne Schrumpf. „Wir machen noch, was wir können, sind aber von bürokratischen Dingen wie der Wahl eines Vorstandes befreit“, führt Lappe weiter aus.

  • Mitglieder des Vorstands der kfd Glehn:
    Frauengemeinschaft nicht nur für Katholiken : Glehner kfd plant wieder einige Veranstaltungen
  • Israel geht gegen Menschenrechtsgruppen vor.
    Nahost-Konflikt : Israel erklärt Palästinensergruppen zu Terrororganisationen
  • Zur Wählergemeinschaft „Zur Sache! Mettmann“ gehören
    Interview mit Andreas Konrad und Axel Ellsiepen : „Wir vermissen Klarheit in den Prozessen“

Angefangen hatte alles am 13. Juni 1988. Christel Werner hatte sich für die Gründung stark gemacht. Und das nicht ganz ohne Widerstand, wie die Frauen berichten. Für die damalige Zeit war das noch ein heikles Thema.  „Mit der Gründung der kfd in der Gemeinde waren wir selbstständig und haben uns emanzipiert“, erklärt Buchmüller. „Zuvor hatte noch Pfarrer Theis unsere Treffen geplant. Das machten wir von nun an selbst.“

In 33 Jahren haben die Frauen viel auf die Beine gestellt. Aus dem ursprünglichen Frauentreff wurde eine eingeschworene Gemeinschaft, die viele Veranstaltungen initiierte, darunter Karnevalsfeiern, Adventsbasare oder Fastenessen, bei denen meist Spenden für einen gemeinnützigen Zweck zusammen kamen, auch Wallfahrten und gemeinsame Ausflüge standen auf dem Programm. In Spitzenzeiten hatte die Frauengemeinschaft St. Konrad 64 Mitglieder, zuletzt waren es  49. Viele der Damen können altersbedingt aber nicht mehr aktiv teilnehmen.

Um die kfd St Konrad weiterzuführen, fehlt es an Nachwuchs. „In unserer Gemeinde gibt es genug Engagement“, erklärt Monika Buchmüller. „Doch die jüngere Generation setzt sich mehr in den Familienkreisen anstatt in reinen Frauenkreisen ein. Zudem fehlt den berufstätigen Frauen heutzutage dafür die Zeit.“

Ein erfolgreiches Modell der kfd-Frauen war es, im Jahr 1994 ein Café einzurichten. Denn in der Gemeinde hatte es von vielen, die einsam waren, den Wunsch nach einem Treff gegeben. Da das Café immer am Markttag nach der Frauenmesse in St. Konrad stattfand, bekam es den Namen Marktcafé. Coronabedingt ist dies länger ausgefallen. Im kommenden Jahr wollen die ehemaligen kfd-Frauen den Treff fortführen. „Allerdings brauchen wir dann einen neuen Namen“, sagt Agnes Banner. „Denn jetzt ist die Messe nicht mehr an einem Donnerstag, sondern an einem Dienstag“. Auch der Seniorensingkreis, den Christel Werner leitet, und zu dem nicht nur kfd-Frauen kommen können, trifft sich im November wieder. Und das nächste Treffen der ehemaligen Frauengemeinschaft ist auch bereits für den 13. Dezember in Form einer Adventsfeier geplant. „Aber für all das, was wir noch machen, muss es dennoch jemanden geben, der organisiert und einlädt“, erklärt Buchmüller. „Letztendlich hört es mit der kfd so auf, wie es angefangen hat“, sagt Hannelore Lappe. „Mit einem Frauentreff.“ Ina Schwerdtfeger