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Partnerschaft Haan - Eu: Die Städtefreundschaft besteht seit 50 Jahren

Partnerschaft Haan - Eu : Die Städtefreundschaft besteht seit 50 Jahren

Von Ralf Geraedts

In der Gartenstadt gibt es einen Park Ville d'Eu. In der Normandiestadt einen Chemin des Haanois. Die Benennung eines Parkes beziehungsweise Weges ist ein kleines Zeichen für die Freundschaft, deren 50-jähriges Bestehen in diesem Jahr in beiden Städten gefeiert wird. Am Himmelfahrtswochenende trugen Jugendliche beider Städte eine Haan-Eulympiade aus. Ende August folgt die offizielle Feier in der Gartenstadt.

Der gestrige Sonntag wäre der Stichtag für die Feier gewesen. Denn am 11. Juni 1967 hissten Knut vom Bovert und Sopie Duhornay vor dem Schloss in Eu die Fahnen beider Länder und Städte. Im Anschluss daran wurden die Partnerschafts-Urkunden unterzeichnet - von Bürgermeister Jean Duhornay sowie Bürgermeister Franz Niepel und Stadtdirektor Heinz Goldenstedt. Diesem denkwürdigen Tag waren vier Jahre der vorsichtigen Annäherung voran gegangen. In den Osterferien 1963 hatten der damalige Haaner Bürgermeister Theo Stozno und sein Lehrerkollege Jo Brettschneider eine Reise durch die Normandie unternommen. Im Hafenstädtchen Le Tréport übernachteten die Reisenden, die auf der Fahrt schon sinniert hatten, es werde höchste Zeit, "dass auch in den Köpfen der Menschen mit der unseligen Vergangenheit aufgeräumt wird". Ein Gespräch mit anderen Gästen bis tief in die Nacht bestärkte Stozno, dass nach den Weltkriegsschrecken eine Städtepartnerschaft das richtige Mittel sei, das Verständnis füreinander zu stärken. Schon am übernächsten Tag gab es ein erstes Gespräch mit dem Bürgermeister von Eu.

Im Januar 1964 beschloss der Haaner Rat einstimmig, einen Jugendaustausch zu starten. Zu dieser Zeit reiste der damalige RP-Redakteur Peter Boehr für eine Woche nach Eu. In einer Serie informierte er über die potenzielle Partnerstadt und zerstreute mit einem Diavortrag im Stadtrat die letzten Zweifel. Im März 1964 fuhr eine offizielle Delegation aus Haan nach Eu, im April gab es den Gegenbesuch.

Der Jugendaustausch - anfangs von Herbert Raddatz geleitet - bildete die Basis, auf der die Freundschaft zwischen den Bürgern beider Städte stetig wuchs. Ungezählte Kontakte gab es zwischen Sportvereinen und Künstlern, zwischen Schulen und Parteien oder zwischen den Feuerwehren, Einzelhändlern und den Musikschulen. Die offiziellen Stellen gaben immer nur den Anschub. Inzwischen werden die meisten Begegnungen privat organisiert. Der überregional attraktive Weihnachtsmarkt in Eu wurde mit Haaner Hilfe entwickelt. Auch beruflich und familiär haben sich viele Bindungen ergeben. Haaner arbeiten in Eu (zum Beispiel im Touristikbüro), französische Freunde waren in Haan tätig - vielfach bereits bei Sprachpraktika in der Bücherei. Die Haaner Bäckerei Schüren stellt französische Backwaren nach Originalrezept aus Eu her. Isabelle Leloup aus Eu lebt inzwischen in Haan. Der langjährige Kulturamtsleiter Fritz Köhler - in Eu als "Monsieur Fritz" bekannt - reiste im Dienste der Jumelage weit mehr als 100 Mal in die 520 Kilometer entfernte Partnerstadt.

(RP)