Hilden: Stadt wirbt für Einbürgerung

Hilden : Stadt wirbt für Einbürgerung

Das Bürgerbüro hat rund 1000 in Hilden lebende Ausländer zwischen 25 und 35 Jahren angeschrieben und auf die Möglichkeit einer Einbürgerung hingewiesen. Das Interesse am deutschen Pass wächst wieder.

Die Stadt Hilden hat rund 1000 in der Itterstadt lebende Ausländer zwischen 25 und 35 Jahre persönlich angeschrieben und auf die Möglichkeit einer Einbürgerung hingewiesen. Wer die deutsche Staatsbürgerschaft annehme, habe Vorteile auf dem Arbeitsmarkt, könne an Wahlen teilnehmen und genieße Visa-Erleichterungen bei Auslandsreisen.

Etwa zehn Prozent der Angeschriebenen hätten sich im Bürgerbüro gemeldet, berichtet dessen Teamleiter Norbert Zeller: "Auch wenn das nicht immer gleich zur Antragstellung führt, war die Aktion in meinen Augen sehr erfolgreich."

"Gebühr schreckt nicht ab"

Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Stadt 235 hier lebende Ausländer zwischen 18 und 25 Jahre auf eine Einbürgerung aufmerksam gemacht. 15 von ihnen meldeten sich im Bürgerbüro, drei stellten schließlich einen Einbürgerungsantrag. Das Interesse an einer Einbürgerung wachse wieder, so die Erfahrung von Zeller: "Pro Woche haben wir jetzt drei bis vier Einbürgerungen."

Dabei seien die Nationalitäten der Antragsteller breit gestreut. Am häufigsten ließen sich Türken und Marokkaner einbürgern, entsprechend ihrem Anteil an der ausländischen Bevölkerung in Hilden. Aber zunehmend nähmen nun auch EU-Bürger wie Italiener, Griechen und Polen die deutsche Staatsbürgerschaft an, hat Zeller beobachtet. Die Einbürgerungsgebühr (255 Euro) schrecke übrigens nicht ab.

"Willkommenskultur" entwickeln

Zugenommen habe auch die Zahl der jenigen, die zwei Pässe besitzen. Betroffen seien dabei insbesondere Bürger von Staaten, mit denen es keine geregelte Vereinbarung zur Entlassung aus der Staaatsbürgerschaft gebe. Marokko beispielsweise entlasse seine Bürger nicht aus der Staatsbürgerschaft, sie bleiben Marokkaner, auch wenn sie ihren Lebensmittelpunkt längst woanders haben und eine andere Staatsbürgerschaft angenommen haben.

Vereine, die sich um Integration von hier lebenden Ausländern kümmern, unterstützen die Werbung für eine Einbürgerung. So wie Bekir Arslan, Vorsitzender von "Hand in Hand". Der Bildungs- und Erziehungsverein wurde von der Stadt Hilden mit dem Integrationspreis 2010 ausgezeichnet.

Arslan, der mit vier Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam, ließ sich 1996 einbürgern: "Für mich ist das ein klares Bekenntnis für meine Zukunft und für meine Heimat". Deutschland müsse eine "Willkommenskultur" schaffen, fordert Arslan. Die jungen Zuwanderer müssten mehr Teilhabe an der deutschen Gesellschaft erhalten. Dabei könnten die zahlreiche Vereine in Hilden helfen, speziell auch die Sportvereine. Denn dort werde Integration gelebt und wechselseitige Vorurteile abgebaut.

(RP/rl)
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