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Haan: Stadt verkauft Immobilien

Haan : Stadt verkauft Immobilien

Die Stadt Haan braucht dringend Geld und trennt sich deshalb von Häusern und Grundstücken. Verschleudert werden die Objekte aber nicht. Die Kommune legt Wert auf einen adäquaten Erlös.

Die Stadt verkauft unter keinen Umständen unter den Bodenrichten, betonte Ursula Fleischhauer, Leiterin des Amts für Liegenschaften und Wirtschaftsförderung. Die werden von einem unabhängigen Gutachterausschuss im Kreis auf Basis von tatsächlichen Käufen und Verkäufen für jede Stadt im Kreis ermittelt. Die Stadt Haan bevorzuge ein Bieterverfahren. Das Höchstgebot (Minimum ist der Bodenrichtwert) erhalte den Zuschlag. Mit dem Erlös aus den Immobilienverkäufen lasse sich aber kein städtischer Haushalt retten, betonte Fleischhauer.

Denkmal im Angebot

Auf der Verkaufsliste der Stadt Haan steht auch ein Denkmal: das Haus Walder Straße 17. Der Teil eines im 17. und 18. Jahrhundert errichteten Winkelgehöfts gleich unterhalb des Hofes der Emil-Barth-Realschule wurde 1977/78 zuletzt restauriert. Von den zwei Wohnungen wurde eine bereits verkauft. Die andere biete seit fast einem Jahr die Stadtsparkasse Haan zum Erwerb an. Das Häuschen an der Ecke Bach-/Eichenstraße hatte die Stadt früher vermietet. Das "alte Hütchen" ist längst geräumt. Zusammen mit den Nachbarn, einer Erbengemeinschaft, bietet die Stadt das Grundstück Bauträgern an. Fleischhauer: "Es gibt schon einige Angebote."

Auf der Verkaufliste steht auch das Haus Dieker Straße 65. Dort sind die Malteser mit ihrer Dienststelle und ihren Einsatzfahrzeugen untergebracht. "Ein Erwerber müsste entweder die Malteser übernehmen oder wir als Stadt finden für die Hilfsorganisation ein neues Domizil", erläutert Fleischhauer. Das Problem sei, dass die Malteser große Garagen für ihre Fahrzeuge benötigten. Auf keinen Fall werde die Kommune den Maltesern den Stuhl vor die Tür setzen. Auch von den Wohnheimen Deller Straße 90, 90a und 90 b würde sich die Kommune gerne trennen. Die Politik wünscht seit Jahren einen Abriss und Verkauf der Grundstücke – und rennt bei den Anwohnern damit offene Türen ein. Das Problem sei, dass die Obdachlosen-Unterkünfte teilweise immer noch belegt seien. Im Auftrag der Stadt versucht die Caritas seit einiger Zeit, Bewohner des Asyls in reguläre Mietwohnungen zu vermitteln und dort auch weiter zu betreuen. Dabei gibt es erste Erfolge. Der Neubau einer neuen und in der Nachbarschaft heftig umstrittenen Obdachlosen-Unterkunft am Heidfeld für 1,6 Millionen Euro wurde bei den Haushaltsplanberatungen vertagt. Erst wenn klar ist, was mit der Unterkunft Heidfeld passiert, kann es auch eine Lösung für das Gelände an der Deller Straße geben. Bauträger hätten schon Interesse gezeigt, sagte Fleischhauer.

Wohin mit der VHS?

Das sind alle Objekte, die die Stadt Haan noch hat. Die Pestalozzischule an der Blücherstraße ist geschlossen. Die Gebäude werden aber noch als Ausweichquartier für die Grundschule Mittelhaan bis 2010/2011 gebraucht.

Nach der Fertigstellung des Grundschul-/Musikschulneubaus an der Dieker Straße 69 kann auch das heute von der Musik- und Volkshochschule genutzte Areal Dieker Straße 49 mit an der angrenzenden alten Turnhalle Feldstraße verkauft werden. Dafür müsste allerdings zuvor ein neues Domizil für die VHS (Büro und Schulungsräume) gefunden werden, so Fleischhauer. In den Schulen seien wegen der offenen Ganztagsschule keine Raumreserven mehr vorhanden. Und der Stadtrat wünsche, dass die VHS in Haan präsent bleibe.

(RP)