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Stadt macht Eltern neues Betreuungsangebot

Hilden : Neues Betreuungsangebot für Schüler

Die Kommune bietet zum Schuljahr 2019/20 stadtweit VGSplus an. Kinder werden dort kürzer als in der Offenen Ganztagsschule betreut und bekommen ein Mittagessen.

Auf Basis der Schulanmeldungen richtet die Stadt zum Schuljahr 2019/20 zusätzlich vier VGSplus-Gruppen ein. Das hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. Die RP beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist VGSplus? Ein neues Betreuungsangebot für Grundschüler. Bislang gibt es die „Verlässliche Grundschule“: Die Kinder werden von 8 bis 13 Uhr betreut, bei Bedarf auch länger. Daneben gibt es die Offene Ganztagsschule: Kinder werden von 8 bis 16 Uhr (mindestens bis 15 Uhr) in der Schule betreut und erhalten dort auch ein Mittagessen. VGSplus bietet eine Betreuung bis 14 Uhr, aber zusätzlich mit einem Mittagessen. Wichtiger Unterschied: VGSplus ist überwiegend ein Betreuungs-, kein Bildungsangebot wie OGS (dort gibt es Hausaufgabenbetreuung und Arbeitsgmeinschaften).

Warum führt die Stadt VGSplus jetzt ein? Auf Wunsch vieler Eltern, sagt Ulrich Brakemeier, Leiter des Amts für Schule, Jugend und Sport. Das neue Angebot wurde an der Elbsee-Grundschule zwei Jahre lang getestet. Ergebnis: Rund zehn Prozent der befragten Eltern möchten den Nachmittag ihrer Kinder selber gestalten. Ein anderer Teil wünsche sich mehr Flexibilität. „VGSplus ist eine Hildener Erfindung“, sagt Brakemeier. Am Anfang hätten Lehrer und Eltern sehr verhalten darauf reagiert. Aber nach rund einem Jahr seien die Pilotgruppen ausgebucht gewesen.

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Verfolgt die Stadt auch noch andere Ziele? Ja, Die vier neuen VGSplus-Gruppen entstehen durch Umschichten zwischen OGS, VGS und VGSplus.Stadtweit gibt es an den sieben städtischen Grundschulen 46 OGS-, drei VGSplus und 18 VGS-Gruppen. Damit seien 90 Prozent der Hildener Grundschüler versorgt, erläutert Ulrich Brakemeier: „Wir gehen davon aus, dass damit der Bedarf in Hilden gedeckt ist.“ Der Elternwille sei maßgeblich, hat Dezernent Sönke Eichner der Politik versichert. Die Verwaltung soll darauf achten, dass der Elternwille auch künftig nicht lenkend, sondern neutral abgefragt wird – das war  Klaus-Dieter Bartel von den Grünen im Haupt- und Finanzausschuss wichtig.

Gibt es Überbelegungen in den Gruppen? Bei insgesamt 1200 Kinder der OGS und 1150 Plätzen ist eine Überbelegung von 50 Kindern über ganz Hilden zu erkennen. Das sei beherrschbar, meint das Jugendamt. Jede OGS-Gruppe hat ein Soll von 25 Plätzen. Eine Belegung von 21 bis zu 29 Plätzen ist möglich. Ab 29 Kinder wird ein personeller Zuschlag gewährt. Um eine Betreuungsquote von 90 Prozent zu erreichen, will das Jugendamt vier weitere VGSplus-Gruppen mit rund 80 Plätzen einrichten.

Wie steht Hilden im Vergleich mit anderen Städten da? Hilden ist mit seinem OGS-Konzept 2020 landesweit führend, betont Eichner in der Beschlussvorlage für den Rat. Sowohl die Bedarfsdeckung (fast 90 Prozent) als auch die konzeptionelle, personelle und finanzielle Ausstattung seien landesweite Leuchtturmprojekte, die von den Landschaftsverbänden und den Bezirksregierungen als vorbildlich bewertet würden. Die Anzahl der klassischen OGS-Gruppen wird die Stadt bei stadtweit 46 Gruppen beibehalten. Mehrbedarf soll über VGSplus-Angebote angedeckt werden. Das erweitere, wie von den Eltern gewünscht, das Angebotsspektrum und sei gleichzeitig für Familien und Träger wirtschaftlicher.