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Stadt Hilden hätte Wiederhold-Villa gratis bekommen können

Hilden : Stadt hätte Wiederhold-Villa gratis bekommen können

Die Erbengemeinschaft war bereit, das „rote Haus“ zusammen mit dem prägenden Teil des parkartigen Grundstücks als Denkmal kostenfrei der Stadt Hilden zu überlassen. Diese erstaunliche Geschichte hat die RP jetzt aus Kreisen ehemaliger Ausschussmitglieder erfahren.

Der Abriss des Geburtshauses von Ehrenbürgerin Dr. Ellen Wiederhold an der Düsseldorfer Straße berührt viele Hildener. Um die Villa und ihren Park haben Erbengemeinschaft, Stadt und Naturschützer jahrelang gekämpft (die RP berichtete). Die Verwaltung soll mit den Wiederhold-Erben einen Vergleich ausgehandelt haben. Wenn sie der Stadt die Villa und den vorderen Teil des Gartens mit sehr schönen und alten Bäumen kostenfrei überlassen, bekämen sie als Ausgleich Baurecht für den hinteren Teil des weitläufigen Grundstücks, der ökologisch nicht so wertvoll war. Dort befand sich eine Wiese mit Schwimmbecken.

Hintergrund: Im Flächennutzungsplan war damals nicht nur der hintere Teil des Wiederhold-Gartens, sondern auch der dahinter liegende Acker als Wohnbaufläche ausgewiesen. Bis zu diesem Acker war auch bereits eine Straße (Bessemerstraße) gebaut worden.

Die Wiederhold-Erben sollen damals diesem Vergleich zugestimmt haben. Er habe aber keine Gegenliebe bei den Fraktionen im Stadtrat gefunden.  Speziell die CDU soll sich gegen den Vergleich mit den Wiederhold-Erben ausgesprochen haben. Fraktionsvorsitzender war damals Horst-Dieter Bruch: „Dass Verwaltung und Wiederhold-Erben verhandelt haben, habe ich nicht mehr so in Erinnerung.“ Der ausgehandelte Vergleich sei „keine echte Alternative“ gewesen. Auch im hinteren Teil des Gartens habe es „schöne,  alte Bäume“ gegeben: „Die wollten wir erhalten.“ Die angebotene Lösung wurde jedenfalls von der Politik nicht aufgegriffen. Der Rest ist bekannt. Die „rote Villa“ war 25 Jahre unbewohnt und verfiel.